Service rückt in den Mittelpunkt

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Fachbereichsleiter Holger Neu, Erster Stadtrat Michael Schüßler und Bürgermeister Jürgen Hoffmann informierten die Presse gestern über den Sachstand beim Umbau des Bürgerservices.

Rodgau (bp) - Der im Februar begonnene Umbau des Bürgerservices im Rathaus geht in die heiße Phase. Am 1. Oktober soll das 360 000-Euro-Projekt an den Start gehen.

Neu sind dann nicht nur die Architektur und Vielfalt des Angebots, sondern auch die Öffnungszeiten: montags, mittwochs und donnerstags von 8 bis 18 Uhr, dienstags und freitags von 7 bis 12 Uhr und am Samstag von 9 bis 12 Uhr.

Um die Wartezeit zu verkürzen, gibt es statt wie bisher drei Schalter künftig fünf, die voneinander abgetrennt sind. Das schafft eine vertrauliche und ruhige Atmosphäre. Auch sorgen viele Glaselemente für ein helles und freundliches Klima. Sollte es einmal längere Wartezeiten geben, besteht die Möglichkeit einer SMS-Benachrichtigung. Kunden können in diesem Fall zwischendurch zum Beispiel einkaufen gehen, bis sie benachrichtigt werden, dass sie an der Reihe sind.

Ein geschwungener ZDF-Tresen

Am neu gestalteten Empfang erwarten zwei Mitarbeiter die Besucher. Ein schick geschwungener Tresen, wie ihn zum Beispiel ZDF-Frontmann Claus Kleber beim heute journal benutzt, ist die erste Anlaufstelle. Dort werden die Bürger nicht bloß weitergeschickt zum Sachbearbeiter, sondern sie können erste Fragen direkt klären. Den Bürgerservice betreten die Kunden durch einen neuen, zentralen Rathauseingang.

Aber nicht nur die Räume ändern sich. Der Bürgerservice bietet auch zusätzliche Leistungen an. Unter anderem die Bearbeitung zahlreicher Gewerbeangelegenheiten, die Erteilung allgemeiner Auskünfte, Annahme von Paketen und Sendungen, Ausgabe von Infobroschüren und Formularen, Bareinzahlungen, Beglaubigungen für Rentenversicherung, Beschwerdeannahmestelle, Fischereischeine, Auskünfte aus dem Gewerbezentralregister, Anträge auf Befreiung von den Rundfunkgebühren, Ausstellung von Lebensbescheinigungen und die Bestätigung von Personenstandsdaten für die Rentenversicherung.

Verschiedene Angelegenheiten an einem Schalter

An ein und demselben Schalter können in Zukunft ganz verschiedene Rathausangelegenheiten erledigt werden. Außerdem richtet die Stadt einen mobilen Bürgerservice ein, der in Seniorenwohnheimen und für immobile Bürger Ansprechpartner ist.

Mehr Personal gibt es für das aufgestockte Angebot nicht, sagte gestern Bürgermeister Jürgen Hoffmann bei Vorstellung des Projekts vor der Presse. Aber durch Umorganisationen und Schichtdienst werde dies aufgefangen. Die 14 Mitarbeiter seien in diversen Schulungen vorbereitet worden. Nur eine einzige Kraft habe den neuen Weg (wegen der Samstagsarbeit) nicht mitgehen können. Die ständige Personalentwicklung im Bürgerservice sei ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil des beschlossenen Konzepts. Fortbildungen im fachlichen und auch im sozial kompetenten Bereich sollen die Mitarbeiter immer auf den aktuellen Stand bringen.

Auf Kundenwünsche eingehen mit Fragebogenaktion

Um sich besser auf die Kundenwünsche einstellen zu können, gab es über sechs Wochen hinweg im Bürgerservice eine Fragebogenaktion. 264 Kunden nahmen teil, die meisten (178) sind 30 bis 59 Jahre alt. 152 der 264 Befragten sind mit der Erreichbarkeit des Bürgerservices völlig zufrieden, mit den Öffnungszeiten 172, mit den Wartezeiten 111. 22 sind mit den Wartezeiten überhaupt nicht zufrieden. Mit der Beratung sind 177 Personen vollkommen zufrieden, nur drei überhaupt nicht. 205 konnten ihr Anliegen in aller Ruhe und ohne Störungen erledigen. 156 fanden die bisherigen Öffnungszeiten ausreichend, 57 plädierten für eine Samstagsöffnung am Vormittag, 67 für Sprechstunden ab 7.30 Uhr.

Beeinträchtigungen lassen sich nicht vermeiden

Sehr freundlich behandelt fühlen sich 194, kompetent beraten 181. Unter fünf Minuten mussten 58 Personen warten, fünf bis zehn Minuten 41, zehn bis zwanzig Minuten 52 und immerhin 78 mehr als eine halbe Stunde. 123 Gäste finden die Antragsvordrucke verständlich.

Während der Umbauphase lassen sich Beeinträchtigungen im Ablauf nicht vermeiden. Dafür bittet die Stadt um Verständnis. Ein halbes Jahr nach Eröffnung des neuen Bürgerservices soll es erneut eine Kundenbefragung geben.

Quelle: op-online.de

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