Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs Rodgau-West stehen fest

Bester Mix aus Bebauung und Grün

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Grün bis zum Horizont: Blick von der Straße „Zum Trieb“ (Jügesheim) über einen Teil des geplanten Baugebiets Rodgau-West bis nach Hainhausen. Ganz in der Ferne schauen Hainhäuser Dächer hervor.

Rodgau - Die Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs Rodgau-West stehen fest. Unter elf Planungsbüros aus drei Ländern belegt ein Büro aus Darmstadt den ersten Platz. Sein Entwurf setzt auf Nachhaltigkeit. Von Ekkehard Wolf 

Die Preisrichter brauchten einen ganzen Arbeitstag von 10 bis 19 Uhr, um die Sieger zu küren. In drei Rundgängen diskutierten sie über die Arbeiten. Zur Mittagspause um 14 Uhr hatten sie erst zwei Entwürfe ausgesondert. Das spricht für die Qualität der Wettbewerbsbeiträge. „Es ist kein Entwurf eingereicht worden, bei dem alle Hurra gerufen haben“, berichtet Jutta Lusert, die Leiterin des städtischen Fachbereichs Stadtplanung und Umwelt. Keine einzige Arbeit erfüllte alle Anforderungen gleich gut. „Es kam darauf an, Kompromisse zu finden und zu begründen“, erklärt Stadtplaner Heiko Freckmann.

Jutta Lusert und Heiko Freckmann vom städtischen Fachbereich Stadtplanung erläutern den Siegerentwurf am Modell.

Den ersten Preis vergab die Jury an „Prosa Architekten Gero Quasten“ (Darmstadt) und „Lehwald Landschaftsarchitekten“ (Dresden). Deren Entwurf setzt auf verträgliches Wachstum. Dazu gehören verdichtetes Bauen mit mindestens drei Wohnungen pro Gebäude, drei Grünachsen als Frischluftschneisen und optimierte Verkehrswege für Fahrradfahrer und Busse. Durch zwei S-Bahn-Unterführungen gelangen Fußgänger und Radfahrer auf kurzem Weg in die Ortszentren.

„Dieser Entwurf stellt am besten die Mischung aus Bebauung und Grün, aus Wohngen und Gewerbe dar“, sagt Jutta Lusert. Er sei gleichzeitig robust genug, um Änderungen zu vertragen. Dazu zähle etwa der Wunsch nach Einfamilienhäusern.

Bilder: 50. Breitengrad führt von Rodgau in die Welt

Große öffentliche Grünanlagen sind ein Merkmal des zweitplatzierten Entwurfs. Die Parkplätze befinden sich in Tiefgaragen.

Einen Kontrast zum Sieger bildet der Entwurf der „Holl Wieden Partnerschaft“ (Würzburg) und „GTL Landschaftsarchitekten“ (Kassel) auf Platz zwei. Er fällt durch großzügige, teils parkähnliche Grünflächen auf. Dort kann viel Frischluft entstehen. Die drei Wohnquartiere sind sehr dicht geplant, unter anderem mit Reihenhäusern. Parkende Autos werden in Tiefgaragen verbannt. Mit einer strikten Trennung von Einfamilienhäusern und Wohnblocks landete die „Arge Becker Happ Welter“ (Frankfurt) auf Platz drei.
Das Interesse an dem städtebaulichen Wettbewerb ging weit über die Region hinaus: Sogar zwei Büros aus Frankreich und Österreich reichten Entwürfe ein. Die anderen Arbeiten kamen aus ganz Deutschland von Hamburg bis München. Nur selten werde eine so große zusammenhängende Fläche überplant, sagte ein Sprecher des Planungsbüros, das den Wettbewerb organisatorisch begleitete.

Nach der Sommerpause beschäftigt sich das Stadtparlament mit den Ergebnissen des städtebaulichen Wettbewerbs. Die Stadtverordneten entscheiden, welcher der preisgekrönten Entwürfe genauer ausgearbeitet werden soll. Das ist immer noch eine Vorstufe. Erst später beginne die Arbeit am Bebauungsplan, der mit Sicherheit mehrere Teilabschnitte umfassen werde, sagt Jutta. Lusert: „Ein bisschen Respekt habe ich schon vor dieser Aufgabe.“

Quelle: op-online.de

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