Wer hat den Smart ins Feld gestellt?

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Ein automobiles "Wohnzimmer" mitten im Feld erweist sich als Ärgernis.

Nieder-Roden ‐ Das Rätsel „Kunst oder Müll?“ ist gelöst. Das kunstvoll arrangierte Ensemble um eine Autokarosserie auf einem Baumgrundstück zwischen Feldern wurde ohne Erlaubnis des Eigentümers aufgebaut. Von Ekkehard Wolf

Das ist nicht der erste Fall“, berichtet der Grundstücksbesitzer, der nicht namentlich genannt sein will. „Ich kann nicht sagen, wer da draußen sein Unwesen treibt. Der Stadt Rodgau ist das auch ein Rätsel.“ Die Ordnungspolizei gehe verstärkt Streife, auch wegen der Hundeleinenpflicht in der Brut- und Setzzeit.

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Das schmale Baumgrundstück inmitten der Feldgemarkung zwischen Kieswerk und Rollwald ist eine Insel der Natur. Dort summen Insekten, brüten Lerchen, und zwischen Reisig und hohem Gras tummelt sich allerlei Kleingetier. Das Grundstück ist bewusst naturnah gestaltet: „Ringsherum ist nur Monokultur“, sagt der Eigentümer. Vor etwa 25 Jahren hatte er die ersten Obstbäume gepflanzt. Dabei wirkte sich auch die Obstbaumschenkaktion des Naturschutzbundes und des Kreises Offenbach positiv aus. Seither gedeihen dort alte Obstsorten an hochstämmigen Bäumen, auch der seltene Speierling fehlt nicht.

Grundstückseigentümer setzt Belohnung aus

Eine Benjeshecke umgibt das naturnahe Grundstück. Das Reisig bietet Unterschlupf für zahlreiche Tiere. Auch ohne Zaun ist erkennbar, dass es sich um Privatgrund handelt. Doch nicht alle Mitbürger respektieren das. Schon oft habe er Hundehalter gebeten, ihre Tiere in der Brutzeit nicht auf sein Grundstück zu lassen, berichtet der Eigentümer: „Ein Bodenbrüter wie die Lerche kommt doch sonst nie mehr zu seinem Nest zurück.“

Hinweise zu dem Verursacher nimmt das Ordnungsamt der Stadt Rodgau unter 693-1351 entgegen.

Der ungebetene Aufbau einer „Smart“-Karosserie mit Teppich, Möbeln und Bildschirm stört nicht nur die Natur. Den Grundbesitzer ärgert vor allem der unnötige Aufwand für Ordnungsamt, Polizei und ihn selbst: „Ich habe in meinem Leben etwas anderes zu tun, als mich um Müll zu kümmern.“ Damit der Spuk ein Ende hat, setzt der Geschädigte nun eine Belohnung aus. „Wenn der Täter gefasst wird“, werde er sich für Zeugenaussagen erkenntlich zeigen, kündigte er gegenüber unserer Zeitung an. Die Chancen stehen gut, dass jemand den Aufbau des „Smart“ und der Möbel beobachtet hat. In der Feldgemarkung am verlängerten Heusenstammer Weg sind viele Spaziergänger, Hundehalter, Jogger und Fahrradfahrer unterwegs. Der oder die Täter müssen mit einem größeren Fahrzeug vorgefahren sein: Der abgestellte „Smart“ ohne Motor und Getriebe hat nur noch zwei Räder.

Quelle: op-online.de

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