Landeswettbewerb „Jugend forscht“

Smartphone in der Stratosphäre

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Nils Rümpker und Rebecca Lehr sind Regionalsieger bei „Jugend forscht“.

Jügesheim - Zwei Siebtklässler der Georg-Büchner-Schule sind zum zweiten Mal Regionalsieger im Wettbewerb „Jugend forscht“ geworden. Rebecca Lehr und Nils Rümpker aus der Klasse 7dG schickten diesmal ein Mobiltelefon in Richtung Weltall. Von Ekkehard Wolf 

Mit ihrem wissenschaftlichen Höhenflug landeten sie einen unerwarteten Erfolg: Beim Landesentscheid in Darmstadt erhielten sie den Sonderpreis für Luftfahrttechnik.

Die beiden Tüftler hatten im vergangenen Jahr erstmals von sich reden gemacht. Damals hatten sie einen Lego-Roboter konstruiert, der Farben erkennt: vielleicht eines Tages ein Hilfsmittel für farbenblinde Menschen? Auch mit ihrem neuen Projekt verfolgten Nils und Rebecca ein konkretes Ziel: „Wir haben uns die Frage gestellt, ob ein Smartphone wissenschaftliche Dienste leisten kann“, formulierten sie bei der Anmeldung zum Wettbewerb. Die vielen technischen Möglichkeiten, die in den kleinen Geräten stecken, werden bisher vorwiegend zu privaten und geschäftlichen Zwecken genutzt.

Forschungssonde: Eine Styroporbox mit Flügeln

Smartphones ermitteln und speichern unter anderem geographische Koordinaten, können Magnetfelder und Beschleunigung messen. Nach einer Anleitung aus einem Internet-Video konstruierten die beiden Siebtklässler eine Forschungssonde: eine Styroporbox mit Flügeln, die Platz genug für ein Smartphone und eine kleine Videokamera bot. Wie eine Wettersonde sollte diese Apparatur mit einem heliumgefüllten Ballon in die Stratosphäre steigen, bis der Ballon platzt; an einem Fallschirm sollte die Box danach wieder zur Erde segeln. So weit die Theorie. In der Praxis hatten die beiden Tüftler manche Schwierigkeiten zu bewältigen. So mussten sie ein anderes Smartphone verwenden, weil das erste die GPS-Koordinaten unzureichend aufzeichnete. Ein Testballon platzte kurz nach dem Start, weil er in einem Baum hängen geblieben war.

Beim richtigen Start am 8. Dezember um 8.38 Uhr an der Ronneburg klappte alles. Doch schon nach elf Minuten brach der Kontakt ab. Zu diesem Zeitpunkt flog der Ballon sieben Kilometer östlich der Ronneburg mit 44 km/h über einen Golfclub hinweg. Auch in den folgenden Tagen gelang es nicht mehr, das Smartphone aufzuspüren. Alles vergebens? Sechseinhalb Wochen nach dem Start meldeten sich zwei Jäger aus Pöttmes bei Ingolstadt, die die Sonde gefunden hatten. Die Geräte waren intakt, alle Daten ließen sich auswerten.

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Das Ergebnis war für die beiden jungen Forscher eine kleine Sensation. Ihr „Spacewalker“ legte rund 250 Kilometer zurück, mehr als doppelt so weit, wie sie zuvor berechnet hatten. Der Heliumballon stieg auch höher als die angenommenen 15 Kilometer. Er platzte erst in einer Höhe von 17.249 Metern, also 5 000 Meter über dem Beginn der Stratosphäre. „Mit der Kamera konnten wir wunderbare Filmbilder aus dem All aufnehmen“, schwärmen Rebecca und Nils. Mit ihrer Arbeit gewannen sie bei „Schüler experimentieren“ den ersten Preis in der Region Rhein-Main-Ost. Wegen des hohen Niveaus stufte die Jury ihr Projekt von „Schüler experimentieren“ auf „Jugend forscht“ hoch, so dass die beiden Siebtklässler auch zum Landesentscheid starten durften. Mit Erfolg: Der Sonderpreis für Luftfahrttechnik der Erich-Becker-Stiftung der Fraport AG war ihr Lohn.

eh

Quelle: op-online.de

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