Solarprojekt gebremst

Rodgau - Die Bundesregierung bremst das Engagement von Bürgern in Rodgau: Die geplante Gründung der Bürgerenergiegenossenschaft findet am 1. März nicht statt. Die Initiatoren ziehen damit eine Konsequenz aus den angekündigten Einschnitten in die Solarförderung. Von Ekkehard Wolf

„Wir werden die Gründung erst einmal verschieben“, kündigte der ehrenamtliche Stadtrat Franz Dürsch (Grüne) gestern nach einer Krisensitzung des Gründerkreises an. In spätestens acht Wochen wolle man entscheiden, wie es weitergeht: „Es macht keinen Sinn, ins Blaue hinein eine Genossenschaft zu gründen. Wir rechnen erst einmal, was unter den neuen Bedingungen machbar ist.“

Aufgeben wolle die Gruppe nicht, so Dürsch. Als „Hoffnungssschimmer“ bezeichnet er die Idee, eine gemeinsame Genossenschaft mit Gleichgesinnten aus Rödermark zu gründen. Seit Monaten hatten zehn bis 15 Personen in drei Arbeitsgruppen (Technik, Rechtsform, Wirtschaftlichkeit) die Gründung der Bürgerenergiegenossenschaft vorbereitet.

„Solaraktivitäten werden brutal zusammengestrichen“

„Die Solaraktivitäten der letzten Jahre werden brutal zusammengestrichen“, kritisiert Franz Dürsch: „Es kocht in mir schon ein Stück Wut, weil genau das zementiert wird, was wir nicht wollen: dass wieder die großen Konzerne das Sagen haben.“

Beim Erneuerbare-Energien-Gesetz sei von Anfang an klar gewesen, dass Photovoltaik (Strom aus Sonne) die sauberste und teuerste Form der Stromerzeugung sei. Ein großer Teil der Wirtschaft, bis hin zum einzelnen Handwerker, habe sich darauf eingestellt. Dürsch: „Jetzt knallt die Regierung den Pferden mitten im Galopp ein Holz vor die Beine und bringt alle zum Stolpern.“

„Dass die Einspeisevergütung im Juli sinken wird, war ja bekannt“, so Dürsch, „aber sie nun außerplanmäßig dermaßen stark zu kürzen, ist nicht nachvollziehbar.“ Das Bundeskabinett gebe damit das schlimme Signal, dass auf staatliche Zusagen kein Verlass sei.

Quelle: op-online.de

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