Hitzewelle im Schlussverkauf

Heiße Preise unter heißer Sonne

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Auch das Textilhaus Spahn in Jügesheim hat die Preise drastisch heruntergesetzt.

Rodgau - Der Sommerschlussverkauf ist seit 2004 abgeschafft, zumindest besteht keine gesetzliche Grundlage mehr. Die Unternehmen auch in Rodgau betreiben ihn jedoch in ähnlicher Form weiter.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat diesen Sommerschlussverkauf für die Kalenderwoche 28 angesetzt, also ab 8. Juli. Das Textilhandelsunternehmen Belmodi hat beispielsweise aber schon eine Woche früher die Sonderbeilagen für den Sale gestreut. Die Resonanz der Kunden auch in der Filiale in Dudenhofen sei bis zu den Sommerferien groß gewesen und momentan trotz der Urlaubszeit immer noch erfreulich. Die Hitzewelle verlagere die Einkaufszeiten in den frühen Morgen oder eben kurz vor Ladenschluss. Das berichtet Kurt Klee, Pressesprecher von belmodi.

Antje Fisch (Schuhhaus 20), ist sehr froh darüber, dass nach dem verregneten Frühling nun die Nachfrage nach Sommerartikeln endlich steigt. Dies ist auch wichtig. Immerhin ist die Herbstkollektion bereits eingetroffen.

Nach den Ferien wird nichts mehr gekauft

Patricia Frick, Inhaberin von Ornamento in Jügesheim, sagt: „Was nach den Ferien noch an Sommerkleidung da ist, wird nicht mehr verkauft. Das ist dann unser Verlust.“ Ähnlich wie Patricia Frick sieht es auch Gudrun Heusner, Inhaberin von Caractere: „Durch die S-Bahn bleibt bei uns viel Laufkundschaft aus. So sind bis zu 70 Prozent Stammkunden. Diese nutzen den Sale nicht anders als alle anderen Angebote“.

Insgesamt läuft der Schlussverkauf bei keinem der befragten Geschäfte schlechter als erwartet, was nicht bedeutet, dass es gut läuft. „Wir haben dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr ungefähr mit Einbußen von fünf bis sieben Prozent zu rechnen. So schleppend wie dieses Jahr die Geschäfte angelaufen, ist das aber zu verkraften“, sagt Gudrun Heusner. Es hätte also wohl noch schlimmer kommen können.

Platz für neue Kollektionen schaffen

Die Rabattaktionen dienen dazu, Textilien und Schuhe schnell zu verkaufen, um Platz für neue Kollektionen zu schaffen. Anders ist das in den Filialgeschäften der größeren Ketten, die für Sale-Aktionen extra Kleidung zukaufen. Außerdem können kleine örtliche Geschäfte mit den großen Werbekampagnen der Branchenriesen nicht mithalten.

Einzig die Geschäftsleitung des Bekleidungsgeschäfts Spahn ist angesichts des momentanen Absatzes äußerst erfreut. Man könne zwar im Rennen um die junge Kundschaft nicht mit dem Internet konkurrieren und auch nicht mit den großen Ketten. Allerdings setze man gezielt auf ein gut sortiertes Sortiment und professionelle Beratung. Dies sei einer der wichtigsten Faktoren, um eine gute Bindung zum Kunden zu erreichen, so Seniorchef Burkhard Spahn. Das Bekleidungsgeschäft zählt zu einem der ältesten und erfolgreichsten Geschäfte in Rodgau, gegründet 1891 als Schneiderei in der Seligenstädter Straße und bis heute ein fester Bestandteil Jügesheims.

fed

Quelle: op-online.de

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