Sonnenstrom vom Sporthallendach

Nieder-Roden ‐   Auf dem neuen Flachdach der Sporthalle Wiesbadener Straße plant der Magistrat eine Bürgersolaranlage. Das ist ein Kraftwerk für Strom aus Sonnenlicht, an dem sich viele Geldanleger gemeinsam beteiligen können. Es soll die erste derartige Anlage in Rodgau werden. Von Ekkehard Wolff

Die bevorstehende Dachsanierung bietet sich nach Ansicht von Stadtrat Michael Schüßler für ein solches Vorhaben an: „Dann stimmen die Laufzeit des Dachs und die Laufzeit der Anlage überein.“ Andere Standorte, etwa das Rathausdach, waren vor einiger Zeit daran gescheitert, dass das Dach voraussichtlich keine 20 Jahre mehr hält.

Als Betreiber der Bürgersolaranlage soll ein Unternehmen auftreten, das sich darauf spezialisiert hat. „Man muss nicht alles selber machen, wenn es andere besser können“, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann auf Anfrage unserer Zeitung. Städte wie Dietzenbach und Neu-Isenburg hingegen betreiben Bürgersolaranlagen in eigener Regie. Die Stadtwerke Dietzenbach haben bereits einige Jahre Erfahrung.

Den Auftrag für die Dachsanierung hat der Magistrat jetzt vergeben. Die Gelder dafür kommen aus dem Konjunkturpaket II, wie berichtet. „Durch diese finanzierte Hilfe des Bundes wird die Stadt zumindest in Teilen in die Lage versetzt, ihren Sanierungsstau abzuarbeiten“, formuliert Hochbaudezernent Schüßler.

Für rund 400.000 Euro erhält die Sporthalle ein neues Dach mit neuen Lichtbändern und Lichtkuppeln. Hallendach und Vorbau haben zusammen rund 2.000 m² Dachfläche. Dazu gehört eine zeitgemäße Wärmedämmung, die die Heizkosten begrenzen soll. Bei den Lichtkuppeln wurde darauf geachtet, dass die Sportler auch bei ungünstigem Sonnenstand nicht geblendet werden.

Die bisherige Dachhaut wurde in den vergangenen Jahren mehrfach geflickt. Jetzt war sie nicht mehr zu retten. „Das alte Material der Folie stand unter Dauerspannung“, schildert Schüßler, „gerade in den Eckwinkeln ist es immer wieder gerissen. Deshalb standen die Eimer in der Halle meistens in den Ecken. Das war einfach kein haltbarer Zustand.“

Mit Rücksicht auf den Sportbetrieb wurden die Bauarbeiten in die Sommerferien gelegt. Sie sollen am 5. Juli beginnen und am 12. August beendet sein. Danach können die Heinrich-Böll-Schule, die Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Nieder-Roden und andere Nutzer der Halle ohne Angst vor Pfützen Sport treiben. „Bei Regen habe ich immer unter mich geschaut. Das war doch ein bisschen peinlich“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann, der die HSG-Heimspiele gerne besucht: „Ich freue mich auf die dritte Liga und hoffe, dass wir bis dahin eine Top-Halle haben.“

Quelle: op-online.de

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