Sorge vor Giftkraut

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Zum Verwechseln ähnlich: Rucola-Salat (links) und Gemeines Greis- oder Kreuzkraut (rechts).

Nieder-Roden - (eh) Die Sorge vor Gesundheitsgefahren im Rucola-Salat bewegte gestern manche Besucher des Wochenmarkts auf dem Puiseauxplatz. Nur an einem der beiden Gemüsestände waren die bitter-aromatischen Blätter zu haben.

Helga Herrmann: „Ich verwende Rucola ohnehin nur selten. Aber zurzeit kaufe ich keinen Rucola mehr. Man ist jetzt einfach ein bisschen vorsichtiger beim Einkauf.“

Händler Giuseppe Pecere (Offenbach) setzt auf Lieferanten aus der Region: „Momentan hole ich Rucola nur bei den Betrieben in Oberrad, die ich kenne.“ Für die Qualität der Ware könne er sich verbürgen.
Etliche Supermärkte haben diese Salatsorte seit Mittwoch aus dem Sortiment genommen. In einem „Plus“- Markt in Hannover hatte abgepackter Rucola auch einige Stängel des Gemeinen Greiskrauts enthalten. Dieses Kraut sieht ähnlich aus, ist aber giftig. Es verursacht Leberschäden.
Für viele Wochenmarktkunden ist Gemüsekauf Vertrauenssache. „Beim Bauern würde ich es sicher holen“, sagt Martina Schäfer, die aber wohl nicht in die Verlegenheit kommen wird: Die ganze Familie isst kein Rucola. Die Verwechslungsgefahr zwischen „gesund“ und „giftig“ sei ja bereits von Bärlauch und Maiglöckchen bekannt.
Eine andere Kundin, die ihren Namen nicht nennen möchte, weiß Rucola und Greiskraut zu unterscheiden: „Das Gemeine Greiskraut ist kleiner gezackt.“
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Wirtschaft nach dem Fund von Giftpflanzen in Rucola-Salat zu mehr Sorgfalt aufgefordert, wie die Deutsche Presseagentur meldet. Das Ministerium rief die Verbraucher auf, vorsorglich den Salat sorgfältig zu waschen.
Wenn Gemüsehändler Pecere jetzt einen Bund Rucola aus der Steige nimmt, guckt er besonders genau hin. Man kann ja nie wissen.
Christel Konrad: „Wenn ich Rucola kaufe, dann nur auf dem Markt bei dem Händler, den ich kenne. Man muss ja irgendwo auch Vertrauen haben.“
Petra Frank: „An meinem Marktstand habe ich gerade sowieso keinen Rucola im Angebot, nur im Frühjahr. Er schmeckt ja auch nicht jedem.“

Petra Frank

Quelle: op-online.de

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