Sorge um Grundwasser

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Klarheit über den weiteren Kiesabbau am Badesee ist in vier Wochen zu erwarten. Dann will das Bergamt in Wiesbaden den Planfeststellungsbescheid erlassen. Dies kündigte Reinhard Nies als verfahrensführender Dezernent gegenüber unserer Zeitung an.

Nieder-Roden ‐ Klarheit über den weiteren Kiesabbau am Badesee ist in vier Wochen zu erwarten. Dann will das Bergamt in Wiesbaden den Planfeststellungsbescheid erlassen. Dies kündigte Reinhard Nies als verfahrensführender Dezernent gegenüber unserer Zeitung an. Von Ekkehard Wolf

Einwände gegen das Vorhaben wurden hinter verschlossenen Türen erörtert. Die Firma Kaspar Weiss will die Abbaufläche verdoppeln, um den Betrieb auf 40 Jahre zu sichern. Beim Erörterungstermin wollte das Unternehmen die Presse nicht dabei haben.

Erstmals kamen auch grundsätzliche Bedenken der Stadt Rodgau zur Sprache. Erst am Montag hatte das Stadtparlament eine Stellungnahme beschlossen. Sie macht sich die - inzwischen zurückgezogenen - Bedenken des Zweckverbandes Wasserversorgung (ZWO) wegen der Gefährdung des Grundwassers zu Eigen. Sollte es dennoch zu einer Genehmigung kommen, fordert die Stadt, die Auskiesungsfläche zu beschränken und den See bald für Freizeit und Erholung nutzbar zu machen.

Einen Zehn-Punkte-Katalog an Bedenken trug der Naturschutzbund (Nabu) Rodgau vor. Die Naturschützer werfen der Kiesfirma eine Salamitaktik vor. 1989 sei man davon ausgegangen, dass mit der Tiefentsandung eine weitere Expansion in der Fläche unterbleibe. Dennoch habe das Unternehmen 1999 und 2009 zusätzliche Erweiterungen beantragt.

„Aus Sicht der Landwirte muss ich das Vorhaben ablehnen, weil wir wertvolle Ackerböden verlieren“, betont Ortslandwirtin Beate Mahr: „Das sind 1 a-Böden für die Feldflurfunktion.“

Der Grundwasserschutz erwies sich als strittiger Punkt. Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie wies darauf hin, dass die Sand- und Kiesgrube in der Wasserschutzzone III a liege. Als besonders kritisch wird das Gebiet zwischen dem jetzigen See und der Kreisquerverbindung gesehen, das relativ nahe an der Brunnengalerie des Wasserwerks liegt.

Der ehemalige Kreisvorsitzender der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, Ernst Böhm, kritisierte, außer dem Naturschutzbund sei keiner der so genannten „29-er Verbände“ am Verfahren beteiligt worden. Eine fundierte Stellungnahme könne man so nicht abgeben. „Ich bin um 16 Uhr nicht sehr fröhlich aus dem Rathaus gegangen“, berichtet Edgar Krausch vom Nabu Rodgau. Gegenüber dem Bergrecht habe der Naturschutz einen schweren Stand.

Quelle: op-online.de

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