SOS-Helferkreis: 45 Jahre Dienst am Nächsten

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Dr. Kay Vorwerk von SOS-Kinderdorf Deutschland e.V. überreicht Urkunde und silberne Ehrennadel.

Nieder-Roden (ma) - „Wie schön, dass du gekommen bist“, freute sich Helga Hoffmann über die vielen langjährigen Mitstreiterinnen, die zur großen Geburtstagfeier ins Sozialzentrum Nieder-Roden gekommen waren.

Die Vorsitzende des 45 Jahre alten SOS-Helferkreises musste viele Hände schütteln. Außer den rund 70 aktiven Helferinnen und Helfern des Vereins waren zahlreiche Ehrengäste, wie etwa Pfarrer Dr. Felipe Blanco Wißmann, zur Feierstunde eingeladen worden.

Im Sozialzentrum herrschte freudige Erwartung. Fleißige Hände hatten am Vorabend Tische aufgestellt, eingedeckt und hübsch dekoriert. Geschäftig wurden nun die ankommenden Gäste zu ihren Plätzen dirigiert, Sekt- und Saftgläser gefüllt und in der Küche Kuchen und Torten geschnitten. Im Nebenraum war das Buffet mit gespendeten und selbst gemachten Speisen bereits angerichtet.

Sogar das Wetter hatte ein Einsehen. Beim großen Festtags-Gruppenfoto blieben alle Teilnehmer trocken. So konnte in bester Stimmung ein beachtliches Datum begangen werden. Vor 45 Jahren begann der SOS-Helferkreis mit dem Spendensammeln für Kinderdörfer. Heute erreicht die Hilfe Einrichtungen in der Pfalz, Brandenburg, Sachsen, Russland, Paraguay und Chile. Dank des ehrenamtlichen Engagements der Aktiven im Alter von 37 bis 87 Jahren kamen seit den Anfängen im Jahr 1967 bei etwa 100 Großveranstaltungen, wie dem Baby Beat oder dem Nikolausmarkt, rund 650.000 Euro zusammen.

Ein sehr persönliches Geschenk

Wie Helga Hoffmann in ihrer kurzen Begrüßung hervorhob, sei der Erfolg des Vereins dem gemeinschaftlichen, teils jahrzehntelangen Einsatz aller Unterstützer zu verdanken. „Wenn wir uns heute um verlassene Kinder kümmern, dann werden sie morgen keine Kriminellen“, ist die agile 75-Jährige überzeugt.

Nach einer musikalischen Einleitung durch den Sonntagverein Nieder-Roden gelangte der bereits vielfach ausgezeichnete Helferkreis zu weiteren Ehren. Dr. Kay Vorwerk, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des SOS-Kinderdorf e.V. Deutschland, war extra aus München angereist. Beeindruckt von der Dauer des Engagements dankte er allen Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz und überreichte die silberne Ehrennadel der SOS-Kinderdörfer.

Ein sehr persönliches Geschenk nahm Hoffmann im Namen aller Mitstreiter aus den Händen von Hans-Peter Fromm entgegen. Der Leiter des Kinderdorfes Pfalz überbrachte zusammen mit Kinderdorfmutter Christine Hildebrandt neben einem Blumenstrauß auch eine Kollage aus Zeichnungen, die von den Kindern für den Helferkreis angefertigt worden waren.

Mit Nachwuchsmangel zu kämpfen

Fromm, dessen Einrichtung in Eisenberg rund ein Drittel der Spenden aus Nieder-Roden erhält, gab einen kurzen Überblick zu den Projekten, die mit den Geldern unterstützt werden. Er erinnerte an die regelmäßigen Besuche der fleißigen Nieder-Röder im Dorf und überbrachte Dank und Glückwünsche von Kindern, Jugendlichen und Mitarbeitern. Tief beeindruckt vom Zusammenhalt der Aktiven, dem „Herzblut“, mit dem sie bei der Sache seien und ihrer Verbundenheit mit Eisenberg, wünschte er ihnen, was sie am nötigsten brauchten: zahlreiche neue Mitstreiter. Ein Thema, das vielen Vereinen nur zu bekannt ist. Wie Angelika Grzybowsky vom Vorstand am Rande der Feierlichkeiten bestätigte, hat auch der SOS-Helferkreis mit Nachwuchsmangel zu kämpfen. Allen Bemühungen zum Trotz seien immer weniger junge Menschen bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. So hängt auch der Fortbestand des überwiegend aus Senioren bestehenden SOS-Kreises davon ab, ob sich zukünftig genug enthusiastische Neueinsteiger finden.

Vielleicht erweist sich dabei eine Anregung von Stadtrat Werner Kremeier als hilfreich. Der Leiter des Dezernats Kultur, Sport und Ehrenamt überbrachte in Vertretung von Bürgermeister Jürgen Hoffmann die Glückwünsche der Stadt. Diesmal ohne Indianer-Kostüm, dafür mit echten langen Haaren, wie er zum Vergnügen der Anwesenden in Anspielung auf seine Teilnahme am ersten „Baby Beat“ 1968 augenzwinkernd meinte. Er riet dem Vorstand, die Bescheidenheit abzulegen, und den großen Erfolg des Vereins laut hinaus zu posaunen. Das großartige Engagement könne gar nicht oft genug erwähnt werden.

Filmisch festgehalten von Hans Murmann komplettierten der erste Geschäftsführer der IGEMO Nieder-Roden, Wolfgang Hein, mit seinem Grußwort, und Ortsvorsteher Edgar Ott mit seinem „kleinen Beitrag“ den Reigen der Ehrengäste. Nach so viel Lob und Auszeichnungen strömten die Gäste in bester Laune ans Buffet und freuten sich auf die Tombola.

Quelle: op-online.de

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