Hilfe in vielen Lagen

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Die examinierte Pflegekraft Brigitte Weinhold (links) und ihre Kollegin Maggy Ignacy (Krankenpflegehelferin) betreuen Elsa Eisenhut schon lange. Die 94-Jährige aus Dudenhofen gehört zu den treuesten Kunden der Sozialstation.

Rodgau - Vor zehn Jahren brauchte die Sozialstation bei ihrer Gründung ein Startkapital von 150 000 Euro. Seit fast fünf Jahren macht die gemeinnützige GmbH bescheidenen Gewinn und führt die Schulden zurück. Die Geschäftsführung zog jetzt eine Bilanz.

Entstanden ist die Sozialstation aus dem Zusammenschluss zweier ehemals eigenständiger Partner, die beide defizitär arbeiteten: der städtischen Sozialstation mit dem Pflegedienst der Johanniter Unfallhilfe. Die Verteilung der Geschäftsanteile von 51 Prozent auf die Stadt Rodgau und 49 Prozent auf die Johanniter Unfallhilfe Hessen gilt damals wie heute. Diese Fusion lief damals nahezu geräuschlos ab. Freilich mussten sich die beiden Teams zusammenfinden, Arbeitsabläufe neu strukturiert und die Finanzen geklärt werden. Bei der Betreuung der Patienten allerdings gab es keine Diskussionen. Sie standen und stehen im Mittelpunkt aller Bemühungen der Mitarbeiter.

In den vergangenen zehn Jahren wuchs sowohl der Patientenstamm als auch das Mitarbeiterteam kontinuierlich an. Waren es früher 18 Mitarbeiter, übernehmen heute etwa 40 Frauen und Männer die Aufgaben rund um die Patientenbetreuung und die Verwaltung der Station. Aus den ehemals zwei Teams ist inzwischen eines geworden. Die Sozialstation betreut derzeit etwa 230 Patienten. Der Jahresumsatz beträgt rund eine Million Euro. Zu den Pflegeleistungen der Station gehören die Behandlungspflege bei ärztlich angeordneten, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, die individuelle Grundpflege, hauswirtschaftlichen Versorgung, Beratung und der ambulante Pflegedienst. Ergänzt wird das breite Spektrum durch die Leistungen des Kooperationspartners Johanniter Unfallhilfe.

Wettbewerb mit anderen Pflegedienstanbietern

Auch in Sachen Ausbildung hat die Station große Schritte in die Zukunft gemacht. Derzeit wird eine Mitarbeiterin zu Altenpflegerin und zwei Mitarbeiter zum Altenpflegehelfer ausgebildet. Zwei weitere Kollegen machen je eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung und zur Praxisanleiterin. Auch der Fuhrpark ist in den vergangenen Jahren gewachsen: Waren es 2001 noch zehn Fahrzeuge, sind heute 23 Autos mit dem unverkennbaren Logo der Station im Stadtgebiet unterwegs.

Natürlich gehört zu einer Zehnjahresbilanz auch ein Blick auf die finanzielle Situation, zumal die Station sich ja auch im Wettbewerb mit anderen Pflegedienstanbietern messen muss. Seit mehreren Jahren verbucht die Sozialstation Rodgau bescheidene Gewinne. Die Station wird nicht subventioniert und erhält auch sonst keinerlei Zuschüsse beispielsweise seitens der Gesellschafter. Es werden alle Leistungen, die für die Station durch die Stadt Rodgau erbracht werden erfasst und erstattet. Damit entfällt auch eine Quersubventionierung aus dem städtischen Haushalt.

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Sehen lassen können sich auch die Qualitätsstandards: Schwarz auf Weiß mit Zertifikaten von TÜV, dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung und dem Prüfdienst des Verbandes der privaten Krankenversicherung. Und wie geht es weiter? „Eine weitere Expansion ist nicht unsere primäre Zielsetzung. Wir werden weiterhin auf dem heute erreichten hohen Niveau tätig sein und uns damit auf diejenigen konzentrieren, die im Mittelpunkt unseres Handelns stehen: unsere Patienten”, blicken die beiden Geschäftsführer Stefan Jaud (Stadt Rodgau) und Sven Korsch (Johanniter) zuversichtlich in die Zukunft.

Wie hat sich die Arbeit der Beschäftigten der Station verändert: „Alles ist bürokratischer und aufwändiger geworden. Zum Beispiel die Pflegedokumentation“, hat Pflegedienstleiterin Waltraud Knispel-Schmid festgestellt. Sie vermutet, dass sich in den nächsten Jahren das Leistungsangebot verändern wird - so, wie sich die Ansprüche der Kunden ändern werden: „Weg von der reinen Pflege, hin auch zu Beschäftigung und Betreuung der Patienten vor Ort“.

(bp)

Quelle: op-online.de

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