Dudenhofen

Späße für die späten Stunden

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Geschichten, die nicht in der Zeitung stehen, illustrierten die Bänkelsänger mit Karikaturen von Peter Perl.

Gegen den Mief aus der Biotonne hat der RCC „Knallkepp“ ein Rezept: Ein Tiefkühlfach wird für Speisereste reserviert, erst kurz vor der Abfuhr kommt das Zeug in die Tonne. Ein Lacherfolg war Sandra Gonschorek am Wochenende für diesen Tipp gewiss.

Dudenhofen (Ekkehard Wolf) - Mit Kommentaren zu örtlichen Schlagzeilenthemen hielt sich der Rodgauer Carneval Club ansonsten zurück: Der Jügesheimer Lärmschutzwall war in Dudenhofen kein Thema und der Bürgermeisterwahlkampf fand ausschließlich im „Knall-Blättche“ statt. Nur die unendliche Geschichte um das neue Feuerwehrhaus schaffte es noch ins Protokoll. „Informantin“ Rita Gonschorek holte ihre grüne Gießkanne hervor: „Ach was reg‘ ich mich denn uff, de Gießkann‘ raus und Wasser druff!“

Lokalkolorit bietet der RCC am liebsten in Form von Anekdoten. Die Bänkelsänger um Marianne und Walter Jäger berichteten diesmal von einer eingesperrten Frau in der Kompostierungsanlage, von Lücken in der Weihnachtsbeleuchtung („Im ganzen Ort Lichtergefunkel, nur an der Sparkass‘ ist es dunkel“) und von hungrigen Rodgauern, die im Restaurant die Tischdekoration verspeisen - „alles wirklich passiert“, wie Sitzungspräsident Manfred Gonschorek betonte.

Einen aktuellen Glanzpunkt setzte der Elferrat zum Auftakt in seinem kurzen Gastspiel zur Bankenkrise. Da ließen Pleitebanken und Rettungsschirm-Aspiranten zur Melodie des Abba-Hits „Money, money, money“ die Euro-Noten nur so zu Boden flattern - die riesenhafte Finanzspritze des Staates naht ja schon.

Neben solch feiner Ironie schlugen die „Knallkepp“ auch deftige bis derbe Töne an. So sparte die vielseitige TV-Show der jungen Comedygruppe „Rappel die Bix“ nicht mit Seitenhieben auf ein minderwertiges Fernsehprogramm. Die Gesangsgruppe „Rodgau-Finken“ lieferte eine Parodie auf Castingshows - einschließlich übler Beleidigungen der unterlegenen Kandidaten, die bei dieser Form der TV-Unterhaltung offenbar dazugehören. Beim Abschlusslied „Seht wie die Rodgau-Finken feiern“ sangen alle begeistert mit.

Mit schlüpfrigen Gags brachten die „Wutzegrunzer“ beim Traumschiff-Urlaub „all inclusive“ ihr Publikum zum Lachen. Auch die „Maastromer“ aus Mainflingen bedienten dieses Humor-Genre zu vorgerückter Stunde. Ihr Solo-Redner Robert Steil überzeugte mit komödiantischem Talent als Gewinner einer Flugreise. Dass gute Büttenredner auch aus dem RCC-Umfeld kommen, bewies Nachwuchskraft Sophia Seib, die nach einjähriger Pause als „Dietzenbacher Göre“ von ihrem ersten Ballkleid erzählte.

Auch die junge Tanzgruppe „Twisters“ hat seit ihrem Bühnendebüt im vergangenen Jahr große Fortschritte gemacht. Die zwölf Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren tanzten als Cheerleader „Girls United“ in einer Choreographie von Nicole Reichenbach.

Wer hätte gedacht, dass der Begriff „Barock“ auch das Wort „Rock“ enthält? Diesen Zusammenhang haben die CC-Dancers um Tina Sahm zum Thema ihres Showtanzes gemacht. Zu aktuellen Rhythmen gelingen den zehn Tänzerinnen auch komplizierte Bewegungsabläufe lächelnd und scheinbar mühelos. Auch das Metaxa-Ballett hat in Rodgau und Umgebung einen guten Ruf: Marion Kinzl-Reinl ließ „ihre“ Männer diesmal unter dem Motto „Moulin Rouge“ einen Cancan tanzen.

Den größten Lacherfolg erzielte Sitzungspräsident Gonschorek, der seine Ehefrau am Freitag versehentlich als „Rita Reichenbach“ bezeichnete. Auf die Schrecksekunde folgte eine lachende Umarmung. Getreu dem Satz des Kabarettisten Werner Finck, den Manfred Gonschorek im „Knall-Blättche“ zitiert: „Die schwierigste Turnübung ist immer noch, sich selbst auf den Arm zu nehmen.“

Quelle: op-online.de

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