Spatenstich für neues Baugebiet

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Hier entsteht das Neubaugebiet „Auf den Bruchgärten“. Im Sommer wurde dort noch Gerste geerntet.

Jügesheim (eh) - Das seit Jahren geplante Neubaugebiet „Auf den Bruchgärten“ (J 41) wird Wirklichkeit. In den nächsten Monaten werden Versorgungsleitungen verlegt und Straßen gebaut. Gestern Nachmittag fand der erste Spatenstich statt.

Am westlichen Ortsrand Jügesheims entwickelt die Stadt erstmals ein Wohngebiet mit der Hessischen Landgesellschaft mbH (HLG). Rodgau ist die erste Stadt des Kreises Offenbach, die auf die Dienste dieser staatlichen Treuhandstelle setzt. Die HLG ist nun Haupteigentümerin der Flächen. Sie hat auch die Erschließung bei der Firma Bickhardt Bau in Auftrag gegeben. Das neu geordnete Gebiet ist 4,5 Hektar groß. Der Gesamtumsatz der Bodenbevorratung liegt bei vier Millionen Euro. Die Hälfte geht in den Tief- und Straßenbau.

Im Wohngebiet J 41 will die Stadt vorwiegend privaten Bauherren die Möglichkeit zum Hausbau bieten. Dass dies möglich wurde, ist auch der Mitwirkung der ehemaligen Grundstückseigentümer zu verdanken.

Bauherren können auf erschwingliche Bauplätze hoffen

Weniger als zwei Jahre sind vergangen, seit Bürgermeister Jürgen Hoffmann und HLG-Geschäftsführer Dr. Harald Müller im Januar 2011 einen Vertrag über die Entwicklung zweier Baugebiete in Jügesheim und Hainhausen unterzeichneten. Die HLG kauft die Flächen an, bereitet Umlegung und Erschließung vor und verkauft dann das fertige Bauland.

Erster Spatenstich für die Erschließung (von links): Robert Schütz von der HLG, Ortsvorsteher Gert Schmalenbach, Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Erster Stadtrat Michael Schüßler. Die Versorgungsleitungen und Straßen sollen im Mai 2013 fertig sein.

Für die Stadt hat das mehrere Vorteile. Sie muss nicht um Quadratmeterpreise feilschen, braucht die Erschließungskosten nicht vorzufinanzieren und behält dennoch die Planungshoheit. Spielplätze und ähnliche Einrichtungen werden aus Grundstückserlösen finanziert und fallen nicht der Allgemeinheit zur Last. Bauherren können auf erschwingliche Bauplätze hoffen.

Die Eigentümer der Grundstücke im Plangebiet hatten zwei Möglichkeiten: Entweder verkaufen sie an die HLG oder sie behalten ihre Flächen, müssen dann aber einen Abzug für öffentliche Zwecke dulden und die Erschließungskosten bezahlen.

Von Anfang an setzte die staatliche Treuhandstelle auf Freiwilligkeit. Niemand sollte zum Verkauf gezwungen werden. Für knapp die Hälfte der Fläche entschieden sich die Eigentümer für den bequemeren Weg. Die anderen wollen ihre Bauplätze lieber selbst nutzen oder auf eigene Faust vermarkten.

Die Nachfrage ist weitaus höher als das Angebot

Insgesamt gibt es etwa 60 Bauplätze auf 22 .400 Quadratmetern. Die HLG vermarktet davon 10. 800 m² in enger Abstimmung mit der Stadt. Dabei handelt es sich überwiegend um Bauplätze von 600 bis 830 m² für Doppelhäuser. Ein größeres Grundstück zum Bau eines Mehrfamilienhauses will die HLG an einen Investor verkaufen.

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Kommentar: Ein faires Angebot

Die Preise für erschlossenes Bauland liegen voraussichtlich auf dem Niveau des Bodenrichtwerts von 400 Euro pro Quadratmeter.

Die Nachfrage ist weitaus höher als das Angebot. Bei der HLG haben sich bereits rund 75 Interessenten gemeldet. Sie erhalten demnächst Informationen über die angebotenen Grundstücke.

Obwohl die HLG mehrheitlich dem Land Hessen gehört, stößt die Transparenz dort an Grenzen, wo es ums Geld geht. Nur wenige Eckdaten sind öffentlich: Für den Ankauf von Flächen hat das Stadtparlament eine Höchstgrenze von 65 Euro pro Quadratmeter festgelegt. 43 Prozent der Gesamtfläche werden für öffentliche Belange verwendet. Alt-Eigentümer, die selbst wieder Bauplätze erhalten, müssen 134 Euro pro Quadratmeter für die Erschließung bezahlen.

Nicht ganz so schnell wie in Jügesheim wird es mit dem Baugebiet „Hainhausen West“ (H 17) laufen. Während für das Wohngebiet zwischen Marburger Straße und Rodgau-Ringstraße ein beschlossener Bebauungsplan vorlag, wird der Plan für das Gebiet am Brötchenweg erst noch aufgestellt.

Quelle: op-online.de

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