Ralf Kunert hört als Fraktionsvorsitzender auf

Rodgauer SPD verliert einen weiteren führenden Kopf

Ralf Kunert
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Ralf Kunert

Die SPD verliert nach Bürgermeister Jürgen Hoffmann (59) langfristig einen zweiten führenden Kopf: Fraktionsvorsitzender Ralf Kunert (47) erklärt in einer Pressemitteilung seinen Rückzug mit Ende der Legislaturperiode dieser Stadtverordnetenversammlung am 31. März 2021. Hoffmann wiederum hatte Anfang dieser Woche bekannt gegeben, er stehe für eine dritte Amtszeit nicht mehr zur Verfügung. Seine Dienstzeit endet am 9. Juni 2022.

Rodgau - Mit Ralf Kunert verliert die SPD nach Bürgermeister Jürgen Hoffmann langfristig einen weiteren führenden Mann. Kommen die Genossen jetzt in Personalnot? Das sieht der SPD-Vorsitzende Jürgen Kaiser nicht so. Die neue Kandidatenliste für die Kommunalwahl am 14. März 2021 werde am Mittwochabend dieser Woche verabschiedet, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Er sei zuversichtlich, dass sich nach der Kommunalwahl ein Fraktionsvorsitzender oder vielleicht sogar zwei fänden. Nach der Wahl werde auch ein Bürgermeisterkandidat bestimmt. Diese Frage sei untrennbar verknüpft mit dem Wahlergebnis am 14. März. „Sofern es danach nicht mehr reicht für die bisherige Koalition, stellt sich für die SPD die Kandidatenfrage doch ganz anders, als wenn es reichen würde“, erläuterte Kaiser, der den Rückzug von Hoffmann und Kunert bedauert. Der SPD-Chef beantwortete damit die Frage, ob die SPD bereit wäre, mit dem Ersten Stadtrat Michael Schüßler (FDP) einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten zu unterstützen, sofern dieser antritt. Erst nach der Wahl am 14. März werde es zu Personalentscheidungen von der SPD „ein Votum geben“. Die Genossen hätten in jüngster Vergangenheit im Übrigen bereits eine Option für die Bürgermeisterkandidatur gehabt. „Die hat sich aber zerschlagen.“

Kunert nennt in seiner Mitteilung die Gründe für seinen Rückzug: „Diese Entscheidung ist gereift, nachdem mich Jürgen Hoffmann vor längerer Zeit von seinen Plänen unterrichtet hat. Ich habe meine persönliche Arbeit in der Fraktion immer sehr eng an die Amtszeit des Bürgermeisters gekoppelt, und es war eine sehr vertrauensvolle und wie ich finde sehr erfolgreiche Zusammenarbeit, die wir auch noch bis zur Kommunalwahl fortsetzen werden.“

Er sei sehr dankbar, dass er in den vergangenen Jahren an der Entwicklung von Rodgau mitwirken durfte. Der Partei und der Parteiarbeit bleibe er erhalten als einer der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD in Rodgau und als Unterbezirksvorsitzender der Kreis-SPD. „Allerdings werde ich mir mehr Raum für Familie, Freunde und die mir sehr wichtige Vereinsarbeit schaffen.“

In einer weiteren Presseerklärung bedauert die SPD Rodgau den Entschluss von Bürgermeister Jürgen Hoffmann, nicht für eine dritte Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Die SPD respektiere den Verzicht auf eine erneute Kandidatur nach zwei erfolgreichen Amtszeiten, in denen sich Rodgau sichtbar weiterentwickelt habe. Die SPD Rodgau danke für die geleistete Arbeit. „Mit seiner Arbeit verbinden sich Entscheidungen für neue Baugebiete in Jügesheim und Hainhausen und dem Planungsbeginn für Baugebiete in Dudenhofen, Nieder-Roden und Rodgau-West. In Dudenhofen entstand mit dem VGP-Park ein neues Gewerbegebiet und in Weiskirchen geht ein schon lang geplantes Gewerbegebiet W18 in seine Realisierung. Aufgrund solcher Entscheidungen konnte das Gewerbesteueraufkommen kontinuierlich gesteigert und trotz schwieriger Rahmenbedingungen ausgeglichene Haushaltspläne vorgelegt werden“, loben die Genossen ihren Rathaus-Chef.

Zudem habe es einen kontinuierlichen Ausbau der Kitas und Betreuungseinrichtungen an den Schulen gegeben – unter Beibehaltung kostenfreier Ü3-Plätze. „Auch gelang es unter Bürgermeister Jürgen Hoffmann, den stadteigenen Wohnungsbau wieder zu beleben. Zudem hat Jürgen Hoffmann dazu beigetragen, dass das Thema Vielfalt mit der dazugehörigen Vielfaltserklärung einen größeren Stellenwert in unserer Stadt erhalten hat.“  (bp)

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