Spiel im Spiel

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Er (Thomas Spahn) kann sich nicht wehren. Nun muss er dran glauben und wird geküsst – von ihr (Susanne Mulligan). Das Spiel im Spiel erheitert die Zuschauer doppelt.

Nieder-Roden (chz) ‐ Ihren 20. Geburtstag feiert die Laienspielgruppe Nieder-Roden mit Humor und Hintersinn. In dem Lustspiel „Die Junggesellenfalle“ von Wilfried Reinehr spielt sie sich praktisch selbst.

Das Lustspiel zeigt eine Laienspielgruppe auf der Suche nach dem passenden Stück. Dazu gehören köstliche Irrungen und Wirrungen, viel Dramatik, Streitereien und natürlich Liebe, wie der Titel schon erahnen lässt.

Die Suche nach dem Stück demonstriert herzerfrischend die Zwickmühle einer jeden Laientruppe: Soll’s etwas Dramatisches sein? Oder doch lieber Humor? Greifen wir auf die altbewährten Darsteller zurück? Oder überkommt uns plötzlich ganz unerwartet ein völlig neues Regiekonzept in Gestalt einer attraktiven 26-Jährigen, die eigentlich eine 62-Jährige sein sollte?

Neues gibt’s auf alle Fälle im Ensemble. Es wurde gewaltig aufgestockt. „Wir haben gesagt: Zum 20-Jährigen darf jeder mitspielen, der will“, erläutert Regisseur und Barde Thomas Spahn. Und sie wollten alle, Junge wie Alte. Auf der Bühne stehen elf feste Mitglieder, einige Ehemalige und dazu elf Kinder, durchweg aus den Reihen der Schauspieler. Bei Thomas Spahn etwa spielen diesmal Vater Robert und alle drei Kinder Lara und Louis (11) sowie Eric (11) mit. Ähnlich schaut es bei Laienspielgruppen-Urgestein Ute Spahn aus: Ihre Tochter Sabine Schulz hilft bei Textschwierigkeiten als Souffleuse auf die Sprünge, und die Enkel Lisa und Felix stehen mit Oma auf der Bühne.

Neben Rodgauer Dialekt ist auch die unverzichtbare Berliner Schnauze von Günter Hannemann zu erleben. „Ich darf berlinern, hat’s geheißen, ich hab‘ sogar Lob dafür bekommen“, freut sich der Akteur. Einen Riesenspaß hatte die Stammtruppe beim Probenwochenende im Parkhotel, fernab des häuslichen Telefons und sonstiger Einflüsse.

Das neue Lustspiel geht am 2. und 3. April zwei Mal über die Bühne. Das Bürgerhaus Nieder-Roden wird dann mit rund 550 Zuschauern pro Vorstellung wie immer ausverkauft sein. Deshalb ist es ratsam, sich Karten im Vorverkauf bei Ute Spahn unter Tel.: 771344 zu sichern oder übers Internet. „Die Junggesellenfalle“ schnappt am Samstag, 2. April, um 19.30 Uhr zum ersten Mal zu. Davor gibt es ab 18 Uhr Speisen und Getränke. Die zweite Vorstellung ist am Sonntag, 3. April, um 16 Uhr. Bereits ab 14 Uhr werden die Gäste mit Kaffee und (Geburtstags-) Kuchen bewirtet.

Im Oktober begannen die ersten Leseproben, seit Januar stehen mehrmals pro Woche Sprechproben auf dem Plan. Neben den Schauspielern gehören auch Regie, Souffleuse, Bühnenbildner, Maskenbildner, Beleuchter und ein Vorhangschieber zum Team. Was daraus wird, sollte niemand verpassen: Es ist humorvolles Laientheater vom Feinsten, mit dem unvergleichlichen Charme spontaner Änderungen oder eigener Lachanfälle. Die Gruppe, die 1991 aus dem Frauenchor der Sängervereinigung Polyhymnia entstand und ursprünglich für Kinder spielte, wurde 2006 mit dem Kulturpreis der Stadt Rodgau ausgezeichnet.

Quelle: op-online.de

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