Spinnen jetzt alle?

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Was passiert wohl, wenn ganz normale Pensionsgäste für verrückt gehalten und entsprechend behandelt werden? Die Laienspielgruppe Nieder-Roden gibt am 28. und 29. März eine höchst amüsante Antwort.

Nieder-Roden - (chz) Über 1000 Zuschauer werden am 28. und 29. März wieder ihren Spaß haben, wenn es im Bürgerhaus Nieder-Roden erneut heißen wird: „Vorhang auf für die Laienspielgruppe Nieder-Roden 1991.“

Der Name ergibt sich aus der Geschichte des Ensembles: 1991 aus dem Frauenchor der Sängervereinigung Polyhymnia entstanden, hat der Verein inzwischen rund 60 Mitglieder, von denen der harte Kern jährlich viele Wochen Zeit und intensive Arbeit investiert, um ein zumeist an Rodgauer Verhältnisse angepasstes Mundart-Theaterstück auf die Beine zu stellen. In diesem Jahr ist es die Posse „Einer spinnt immer“ von Winfried Reinehr.

Otto Ofenloch, ein vermögender Privatier, möchte unbedingt eine Irrenanstalt mal von innen kennen lernen. Sein Neffe, der in die Nichte Sieglinde der Pensionsbesitzerin Lieselotte Ballermann verliebt ist, schwindelt ihm vor, die Pension Ballermann sei eine solche private Heilanstalt, in der Hoffnung, dass Ofenloch der angeschlagenen Pension finanziell unter die Arme greift. Die Pensionsgäste - durchweg höchst amüsante Typen - spielen die haarsträubende Verwechslungsgeschichte mit, bis alles ganz anders kommt.

Schon die Proben des Mundartstücks mit seinen elf Darstellern im Keller des Pfarrheims St. Matthias in Nieder-Roden lösen stete Heiterkeit aus. Unter der Regie von Thomas Spahn, der gleichzeitig als Ladislaus Locke auch eine der Hauptfiguren spielt, gehen die Schauspieler voll aus sich heraus und geben ihr Bestes: Susanne Mulligan, Anette Pfeiffer-Klärle, Tanja Schmitt, (neu im Team) Kerstin Spahn, Ilka Wegner, Benny Mulligan, Walter Gerschner, Günter Hannemann, Heinz Mathes, Thomas Spahn, Stefan Wodarz und Fritz Gerritz und nicht zuletzt die stimmgewaltige und energiegeladene Ute Spahn füllen den Stoff mit jeder Menge Leben. Mit einem großen Technik- und Helferkreis wollen sie die schwungvolle und heitere Komödie Ende März auf die Bühne zaubern - seit Oktober üben sie dafür mit Leseproben, seit Januar ging es in die richtige Proben, bei denen immer noch Zeit für Kaffee und frisch gebackenen Kuchen und viel Gelächter bleibt.

Ganz am Rand zwischen der Souffleuse Sabine Schulz und den gerade nicht agierenden Schauspielern sitzt bei der Probe Bruno Keller dabei, nach 17 Jahren als Programmdirektor der Laienspielgruppe Nieder-Roden in diesem Jahr erstmals im Ruhestand, und schmunzelt beim Lesen des Textheftes in sich hinein.

Kribbelt es ihn nicht, nun nur dabei zu sitzen ohne Funktion? „Man möchte immer gern mitmachen, natürlich, aber es ist wirklich an der Zeit, die Jungen ranzulassen“, überzeugt er sich selbst und hält sich mit Regieanweisungen streng zurück.

Infos zum Auftritt

„Einer spinnt immer“, Mundart-Posse in drei Akten von Wilfried Reinehr.

Samstag, 28. März, 19.30 Uhr, und Sonntag, 29. März, 16 Uhr (vorher ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen).

Jeweils im Bürgerhaus Nieder-Roden.

Der Vorverkauf hat begonnen. Karten kosten acht Euro: Ute Spahn, 06106 771344.

Quelle: op-online.de

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