Sportfreunde Rodgau laden zu geselligen Spieleabenden ein

Ein Treffen der Generationen

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„Dog“ ist bei den Spieleabenden der Sportfreunde Rodgau aktuell besonders beliebt. Heike Nenner-Paul (links) und Ulf Schmidt (Zweiter von links) gehen hier mit zwei Partnern eine neue Runde an.

Jügesheim - Den Letzten beißen die Hunde. Englische Hunde im Fall von Ulf Schmidt und Heike Nenner-Paul, die mit zwei weiteren Mitspielern eine neue Runde „Dog“ angehen.

Das Brettspiel ist aktuell einer der Renner bei den Spieleabenden der Sportfreunde Rodgau, die seit der Premiere Ende 2015 regelmäßig eine bunt gemischte Fangemeinde anlocken. Zehn Mitspieler haben sich an diesem Freitagabend im Vereinsheim der Sportfreunde an der Blumenstraße eingefunden. Eine Skatrunde ist diesmal nicht dabei. „Sonst hatten wir immer eine“, sagt Nenner-Paul, „aber heute fehlt ein Mann“. Enttäuscht oder alarmiert sind die beiden Initiatoren deswegen nicht: Die Resonanz auf die Einladungen – im ersten Jahr an einem, 2016 schon an drei Abenden – schwankt laut Schmidt ständig. „Letztes Mal waren wir 25“, so Nenner- Paul, das habe kurzfristig zusätzliche Räume erfordert. „Wir saßen aber auch schon zu viert hier“. Woran liegt’s? „Vielleicht am Wetter“, meint Ulf Schmidt und denkt dabei vor allem an den Sommer, wenn die Leute lieber draußen grillen. „Genau wissen wir das noch nicht“.

Dass das Angebot überhaupt dauerhaften Widerhall finden, sogar einen Kern von Stamm-Spielern hervorbringen würde, stand anfangs keineswegs fest. Die beiden Pioniere, auch anderweitig in den Vorgängervereinen der aus einer Fusion hervorgegangenen, jetzt um die 800 Mitglieder starken Sportfreunde engagiert, kamen nach ihren eigenen Worten zunächst unabhängig voneinander auf die Idee. Heike Nenner-Paul, früher als Spiele-Expertin schon bei der evangelischen Kirchengemeinde in Jügesheim bewährt, brachte Erfahrung und auch einen Grundstock an Brett- und Kartenspielen aus eigenen Beständen mit. Bei einem Bergwander-Ausflug mit Vereinsjugendlichen, die abends auf der Hütte gern Karten spielten oder Würfel rollen ließen, kamen beide überein, einen Versuch zu wagen.

Eine bunte Mischung aus Klassikern und Neuerscheinungen wartet bei den Sportfreunden auf spielbegeisterte Nutzer.

„Der Verein war begeistert“, erinnert sich Ulf Schmidt: Ein offener Spieleabend für alle Generationen, auch für Nichtmitglieder, passe bestens ins Profil der Sportfreunde. Da werde großer Wert auf Zusammengehörigkeit und Geselligkeit gelegt, ständig gebe es offene Angebote wie Wanderungen, Ausflüge und Besichtigungen. Den Spieleabend hatten Schmidt und Nenner-Paul zuerst vor allem auf Jugendliche zuschneiden wollen, merkten nach eigenem Bekunden aber schnell, dass ihr Angebot auch Ältere ansprach: „Sie kommen her und reden miteinander“, so Schmidt – manchmal über die Spielstunden hinaus. „Die ersten gehen meistens um neun“, erklärt Nenner-Paul, „aber wir kommen nie vor Mitternacht nach Hause“.

Das liegt auch daran, dass die Spieltische mitten im regulären Sportbetrieb an der Blumenstraße stehen und oft noch späte Gäste locken, die gerade vom Training oder aus der Gymnastikstunde kommen. Zur Entspannung nehmen die Sportler dann noch für eine Runde Rommée oder Skat, eine Partie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, Schach oder Malefiz Platz. Die Klassiker, darunter auch Kniffel und Rummikub, haben laut Heike Nenner-Paul ihren festen Platz im Angebot, sind teils auch wieder im Kommen und keineswegs nur bei der älteren Generation beliebt.

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Umgekehrt interessieren sich auch Gäste im Seniorenalter für neue Angebote im Zuge der allgemeinen Brett- und Gesellschaftsspiele-Renaissance. Ein großer Vorteil dabei: „Immer sind Leute da, die die Spiele schon kennen und erklären können“, so Heike Nenner-Paul. „Zuhause sitzen und nach Spielanleitung lernen, macht viel weniger Spaß“. So steigen erprobte Rommée- oder Canasta-Spieler fachkundig angeleitet in „Phase 10“ ein. Das Kartenspiel stellt Aufgaben, die die Mitspieler lösen müssen und so wie in einer Liga aufsteigen können. Andere Spiele der neuen Generation heißen „Hexentanz“, „Colorio“ oder „Einfach genial“, bereits Kultstatus genießen die „Siedler von Catan“.

„Dog“ – „Den Letzten beißen die Hunde“ lautet der Untertitel – hat nach Einschätzungen der Spiele-Freunde Kultpotenzial. „Eine Mischung aus Mensch-Ärgere-Dich-Nicht und Mau Mau“, skizziert Heike Nenner-Paul: Wer wie weit vorrückt, bestimmen Karten, die rundum verteilt werden. Immer zwei Partner spielen zusammen und helfen sich gegenseitig. Sie dürfen vorwärts und rückwärts ziehen, Plätze auf dem Spielfeld tauschen und wer überholt wird, fliegt raus. So eine Runde kann laut Ulf Schmidt blitzschnell ablaufen – „oder es dauert eine gefühlte Ewigkeit“. Nächstes Jahr soll es erstmals vier Termine geben: Am 23. Februar, 27. April, 21. September und 16. November. Los geht es immer um 19.30 Uhr. Die Einladung richtet sich an alle, die gerne spielen. (zrk)

Quelle: op-online.de

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