Projekt der Sportfreunde Rodgau

Sporthalle als Politikum

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Die Radsporthalle Elbinger Straße ist zu klein. Sie entspricht nicht mehr den Bedürfnissen der Sportfreunde Rodgau, die vielfältige Sport- und Fitnessangebote auf ihrem Trainingsplan haben.

Jügesheim - Der Sportfreunde Rodgau wollen neben dem Feuerwehrhaus Mitte eine Sporthalle errichten. Das Bauvorhaben beschäftigt die Stadtverordneten am 18. Juni in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause. Von Ekkehard Wolf 

Die CDU beantragt, dass der Magistrat mit dem Verein einen neuen Erbbaurechtsvertrag abschließen soll. Bürgermeister Jürgen Hoffmann rügt, die CDU-Fraktion veröffentliche vertrauliche Unterlagen. „Ich bin schon etwas verwundert, dass ich als Anlage zu dieser Vorlage einen internen Vermerk eines vertraulichen Gesprächs mit meiner Unterschrift finde“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) auf Anfrage unserer Zeitung. Er sei „froh, dass wir von unserem letzten Gespräch noch keinen Vermerk gefertigt haben“.

Das Protokoll fasst Ergebnisse eines Gesprächs vom 29. Januar zusammen, an dem fünf Personen teilnahmen: zwei Vorstandsmitglieder der Sportfreunde, der Bürgermeister und zwei Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Der Informationsstand vom Januar sei überholt. Damit jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen, sei „für das Verfahren kontraproduktiv“.

Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP) wird deutlicher: Die gezielte Indiskretion belaste die weiteren Gespräche mit den Sportfreunden. Man müsse sich darauf verlassen können, dass Vertrauliches auch vertraulich bleibe. Die „hoch komplexe Gemengelage“ vertrage es nicht, frühzeitig einzelne Punkte hinauszuposaunen.

Kultur- und Sportdezernent Winno Sahm (Grüne) befürchtet, dass der Sachverhalt in der Öffentlichkeit nun auf einfache Aussagen reduziert wird: „Ich bezweifle sehr, dass es gelingen kann, das in der angemessenen Komplexität zu diskutieren.“ Platte Parolen wie „Der ist für uns und der ist gegen uns“ würden der Sache nicht gerecht.

„Woher die CDU das Protokoll hat, entzieht sich meiner Kenntnis“, sagt Sportfreunde-Vorsitzender Rudi Ott: „Ich habe nichts an die CDU weitergereicht.“ Der Verein und die Stadt seien schon lange miteinander im Gespräch: „Wir haben noch kein abschließendes Ergebnis, aber es steht kurz bevor. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen eine Einigung erreichen.“ Das Verfahren habe so lange gedauert, weil viele Einzelheiten zu klären gewesen seien. Außerdem sei es nicht immer leicht gewesen, einen Gesprächstermin zu bekommen.

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Die Sportfreunde stehen unter Zeitdruck, weil die Zuschussgeber ihre Zusagen an Termine knüpfen. So sind die 200.000 Euro aus der städtischen Vereinsförderung daran gebunden, dass die Bauarbeiten noch 2018 beginnen. Rudi Ott: „Wir wollen die Stadt nicht unter Druck setzen, aber irgendwann brauchen wir ein Ergebnis.“

Mit ihrem Antrag wolle die CDU Bewegung in den angestrebten Umzug des Vereins bringen, schreibt Fraktions-Pressesprecher Max Breitenbach in einer Pressemitteilung. Er wirft dem Magistrat „zögerliches Verhalten“ und eine „mehr als mangelhafte“ Information des Stadtparlaments vor. „Mehrere fertige Kompromisse“ hätten bereits auf dem Tisch gelegen.

Hier soll die neue Sporthalle hin: Die Stadt hat das Grundstück Weiskircher Straße 140 neben dem Feuerwehrhaus Mitte im Sommer letzten Jahres für 158 000 Euro erworben. Die Firma Oschmann & Wissel Bohrungen GmbH & Co. KG zieht voraussichtlich nach Nieder-Roden um.

„Es gibt zwei sehr interessante Vorschläge, die wir gemeinsam entwickelt haben“, sagt Bürgermeister Hoffmann. Um eine fundierte Entscheidung vorzubereiten, müsse man mit allen Beteiligten sprechen und auch Alternativen erarbeiten. Der CDU-Antrag sei „populistisch“ und ziele offensichtlich darauf ab, das Thema als Erster zu besetzen. Auf die Erstpublizierung lege er keinen Wert; viel wichtiger sei es, ein Ergebnis zu erreichen, mit dem alle Seiten zufrieden sind. Manche hätten „immer noch nicht kapiert, wie man in dieser Stadt vernünftig mit den Menschen und den Vereinen umgeht“. Erster Stadtrat Michael Schüßler betont, der Magistrat setze sich für alle Vereine gleichermaßen ein. Die Stadt müsse auch den Frieden unter den Vereinen erhalten.

Quelle: op-online.de

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