Sprungbrett in die Gesellschaft

Die Kindertagesstätte Seestraße gilt als Musterbeispiel in Integrationsfragen. Auf diesem Foto malen Kinder von mehreren Kontinenten Seite an Seite.

Nieder-Roden ‐ Die Integrationsarbeit der katholischen Kindertagesstätte Seestraße trägt Früchte. Zwar gibt es Einheimische, die wegen der Sprachenvielfalt ihre Kinder in andere Einrichtungen schicken. Von Andreas Pulwey

Andererseits bindet Leiterin Doris Heil (55) die ausländischen Eltern so intensiv in die Arbeit ein, dass diese sich in Deutschland wohler fühlen als früher. Der hessische Justiz- und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) will die „Familienwerkstatt“ an der Seestraße am Mittwoch besuchen.

Iran, China, Vietnam, Pakistan, Bosnien, Polen – die Kita im Schatten der Strandpromenade kennt gut ein Dutzend verschiedene Sprachen. 76 Prozent der Kinder haben ihre Wurzeln in fremden Gefilden. Ende der 90-er Jahre stellte sich die Leiterin stellte sich mit ihrem Team den Anforderungen einer aktiven Integration. Ein neues Konzept für die Multikulti-Kita musste her. Täglicher Deutschunterricht ist seitdem für die Kinder Pflicht. Rhythmisches Singen und Klatschen hilft die neuen Worte im Oberstübchen abzuspeichern.

Auch ohne Deutschkenntnisse kommen die 80 Kinder miteinander klar. „Die Mädchen spielen Mutter und Kind, die eine spricht Eritreisch, die andere antwortet auf Türkisch“, berichtet Erzieherin Bettina Berger-Grotjan, die gemeinsam mit Volker Friedl wöchentlich zwei Sprachkurse für Eltern gibt.

„Elternlotsinnen“ geben anderen Müttern Hilfe zur Selbsthilfe, unter anderem bei Behördenterminen und in Erziehungsfragen. Dadurch stehen Mütter mit mangelnden Deutschkenntnissen nicht mehr am Rand der Gesellschaft.

Quelle: op-online.de

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