Stadt bleibt ihrem Stadtbus treu

Rodgau ‐ Die Stadt hält trotz eines Zuschussbedarfs von einer halben Million Euro jährlich an ihren drei Stadtbuslinien, am Schulbus und dem Anrufsammeltaxi uneingeschränkt fest. Das berichtet Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Die Stadtbuslinien erfreuten sich steigender Nachfrage. Derzeit beförderten sie 1.800 Fahrgäste am Tag. 2007 seien es noch 1 500 gewesen. Von Bernhard Pelka und Ekkehard Wolf

Rodgau hat den Linienbetrieb an die Offenbacher Südhessen Bus GmbH vergeben. Deren Vertrag endet im Dezember 2011. Bis dahin müssen die drei Stadtbuslinien neu ausgeschrieben werden - dann für acht Jahre statt wie bisher für fünf. Nachbarkommunen gehen einen anderen Weg. Zum Beispiel Dietzenbach.

Dort wird das Anrufsammeltaxi, für das die Stadtwerke bisher 55 000 Euro im Jahr drauflegen und das Nachttaxi (25 000 Euro Zuschussbedarf), eingestellt. Und 70.000 will die Geschäftsführung beim Betrieb der zwei Stadtbuslinien einsparen. Die Stadt Rodgau wird am bisherigen ÖPNV-Angebot hingegen festhalten. Zum Nahverkehrsplan des Kreises Offenbach 2011 bis 2015 hat sie dennoch Änderungswünsche. Sie sollen in den Plan eingearbeitet werden, den der Kreistag im Frühjahr 2011 beschließt.

Anbindung an Asklepios- und Emmaklinik

Die Stadtbuslinien 41 und 42 sollen morgens erst ab 5.20 Uhr starten (bisher 4.47 Uhr) Die Linie 30, die zwischen Hainhausen, Rembrücken und Offenbach/Marktplatz fährt, soll samstags bis 20 Uhr unterwegs sein. Die 99 (Langen, Dreieichenhain, Dietzenbach, Rodgau, Seligenstadt) soll werktags häufiger und damit alle 30 Minuten fahren - allein wegen der Anbindung an die Asklepios- und die Emmaklinik.

Von 17 bis 20 Uhr und an Sonntagen von 10 bis 20 Uhr ist ein 60-Minuten-Takt vorgesehen. Überdies soll die OF-99 - sofern der Parkplatz am Badesee befestigt wird - dann direkt bis zum Haupteingang des Sees fahren. Das wird Passagieren die 600 Meter Weg querfeldein ab der Chemnitzer Straße ersparen. Hoffmann sagte, dieses Vorhaben könne indes noch nicht zur nächsten Badesaison realisiert werden.

Zwei neue Haltestellen in Weiskirchen

Auch im Parlament war der Nahverkehrsplan ein Thema. Die Stadtwerke und Erste Stadträtin Hildegard Ripper hätten „ein sehr gutes Konzept vorgelegt“, würdigte Bürgermeister Jürgen Hoffmann deren Arbeit. Zur Debatte stand auch der CDU-Antrag, der Linie OF-85 zwei neue Haltestellen in Weiskirchen hinzuzufügen. Die CDU-Idee habe „Charme“, „allerdings haben wir dieses Thema bereits vor zehn Jahren diskutiert“, sagte Hoffmann.

Damals sei der Vorschlag daran gescheitert, dass ein Parallelverkehr zur S-Bahn vom Rhein-Main-Verkehrsverbund ausgeschlossen worden war. Daran habe sich nichts geändert. Bei einem Zwischenstopp in Weiskirchen werde zudem die Vertaktung zwischen den Linien OF-85 und OF-86 nicht mehr funktionieren. Es sei auch nicht möglich, den 85-er Bus in Weiskirchen enden zu lassen.

Keine Mehrheit für CDU-Antrag

„Wir sind anderer Meinung, weil wir denken, dass die Fahrtroute mit unserem Antrag optimiert werden könnte“, entgegnete Rita Beuchert (CDU). Der Parkplatz an der S-Bahn-Station werde sehr stark von Pendlern aus Seligenstadt und Froschhausen frequentiert: „Diese könnten auf den Bus umsteigen.“ Auch für Schüler werde sich die Fahrzeit nach Offenbach verkürzen. Beuchert: „Auf der jetzigen Route steht der Bus jeden Morgen und jeden Abend im Stau. Das muss man auch bedenken.“

Dennoch fand die CDU für ihren Antrag keine Mehrheit. Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten danach die Vorlage des Magistrats.

Quelle: op-online.de

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