Ehemaliger Bürgergarten in Dudenhofen

Stadt gibt Gartenprojekt auf

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Ein trostloser Anblick: Vom einst gefeierten Bürgergarten ist nur ein krautiges Durcheinander übrig, wie dieses Foto unseres Lesers Thomas Henn zeigt.

Dudenhofen -  Der Bürgergarten neben dem Jugendhaus ist Vergangenheit. Das von der Stadt initiierte Gemeinschaftsprojekt ist gescheitert. „Es gab niemanden mehr, der sich darum gekümmert hat“, erklärt Pressesprecherin Sabine Hooke. Von Ekkehard Wolf

Drei Jahre nach dem Start haben die Stadtwerke den Holzzaun und die Wassertanks abgebaut. Nächste Woche wird dort eine Blumenwiese eingesät. Mit großen Hoffnungen hatte die Stadt den Garten im Frühjahr 2015 angelegt. Jung und Alt konnten an der Freiherr-vom-Stein-Straße gemeinsam Salat und Radieschen anpflanzen. Dabei ging es nicht nur um den Ernteerfolg: Menschen sollten sich begegnen, einander beim Gärtnern helfen und gemeinsam das soziale Leben in der Nachbarschaft gestalten.

Die Idee fiel auf fruchtbaren Boden. Für den Bürgergarten meldeten sich so viele Interessenten, dass die Stadt die zwölf kleinen Parzellen auslosen musste. Die ersten Freizeitgärtner hatten schon nach einem Sommer genug. Freie Beete wurden neu vergeben. In der dritten Saison waren nur noch acht Parzellen belegt. Unerwünschte Stauden breiteten sich von den brachliegenden Flächen auf die Nachbarbeete aus.

„Hier entsteht der Bürgergarten“, verkündete ein buntes Schild bereits im Oktober 2014 an der Freiherr-vom-Stein-Straße. Das Foto entstand beim ersten Informationstermin für Interessierte.

Auf den Wildwuchs angesprochen, wollte Bürgermeister Jürgen Hoffmann im September letzten Jahres nicht von einem Scheitern des Projekts sprechen: „Für diejenigen, die ihn bewirtschaften, ist der Bürgergarten wichtig.“ Hoffmann betonte damals den ökologischen Wert: Auch sogenanntes Unkraut liefere Nahrung für Vögel und Insekten. Fünf Monate später, im Februar, beschloss der Magistrat, den Bürgergarten aufzugeben. Die letzten Nutzer sollten bis Ostern ihre Beete räumen. Arbeiter der Stadtwerke bauten Zaun, Bank und Wassertanks am vergangenen Donnerstag ab. Auf der abgeräumten Fläche wird nächste Woche eine Blumenwiese eingesät. „Für die Bienen wird der Tisch neu gedeckt“, sagt Stadt-Pressesprecherin Sabine Hooke.

Als engagierte Gärtnerin war Dagmar Eberhard von Anfang an dabei. Sie hatte sich am Ideal der „essbaren Stadt“ in Andernach (Rheinland-Pfalz) orientiert. „Das Gemeinschaftliche was das, was mich so fasziniert hat. Dass jeder am Schluss seine eigenen Brötchen gebacken hat, fand ich nicht so gut“, erzählt sie. Sie habe mehrmals versucht, alle Bürgergärtner an einen Tisch zu bringen; gelungen sei das aber nie.

2 500 Euro hatte die Stadt in die Erstausstattung des Bürgergartens gesteckt. Die Stadtwerke lieferten Kompost und füllten regelmäßig zwei große Tanks mit Gießwasser. Wie viel das im Lauf dreier Jahre kostete, konnte Sabine Hooke gestern nicht in Erfahrung bringen. „Es war ein Versuch, das haben wir von Anfang an gesagt“, betont sie. Die Idee sei damit aber nicht gestorben. Bei den Gemeinschaftsflächen im geplanten Wohngebiet Rodgau-West könne sich die Stadt die Erfahrungen aus Dudenhofen zunutze machen.

Quelle: op-online.de

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