Erweiterungsbau an Wilhelm-Busch-Schule

Stadt investiert in Schülerbetreuung

Jügesheim - Der ersehnte Neubau für die Betreuung der Wilhelm-Busch-Schule (WBS) soll im nächsten Jahr Wirklichkeit werden. Ab Herbst 2015 können dort bis zu 150 Schulkinder zu Mittag essen und den Nachmittag verbringen. Der Kinderhort am Alten Weg wird dann in zwei Kita-Gruppen umgewandelt.

Der Neubau soll hinter der Turnhalle entstehen, wo sich derzeit ein Bolzplatz befindet. Für die Baukosten von rund 935.000 Euro will die Stadt die Infrastrukturgelder aus dem Neubaugebiet J 41 einsetzen. Stadt- und Kreisverwaltung sind sich über das Raumprogramm einig, wie Erster Stadtrat Michael Schüßler berichtet. Die Genehmigung des Haushaltsplans 2014 mache den Weg frei, um in den nächsten Wochen die ersten Planungsaufträge zu erteilen. Um Zeit und Geld zu sparen, will die Stadt das Gebäude in Modulbauweise errichten. Die Tiefbauarbeiten sollen im Herbst beginnen, der Hochbau und Innenausbau dann Anfang nächsten Jahres. Schüßler: „Unser Ziel ist, die Einrichtung im Sommer 2015 in Betrieb zu nehmen.“

Seit Jahren klagen Eltern aus dem Schulbezirk über fehlende Betreuungsplätze. In einer Umfrage ermittelte die WBS bereits 2011/12, dass 78 Prozent der Kinder eine Betreuung benötigten. Schulförderverein und Kinderhort konnten diese Nachfrage jedoch nicht voll befriedigen. Der Förderverein betreut derzeit 67 Kinder von der Vorklasse bis zur 4. Klasse. Mehr erlaubt der Platz nicht. Das Mittagessen wird in einer Küchenzeile zubereitet, die kaum größer als eine normale Haushaltsküche ist. Der Erweiterungsbau soll etwa 250 Quadratmeter zusätzliche Fläche bieten. Der größte Anteil entfällt auf einen Speiseraum mit Küche und Nebenräumen (175 m²), zudem ist ein Raum für freizeitpädagogische Angebote (30 m²) vorgesehen. Büro, Ranzenaufbewahrung und Toiletten dürfen nicht fehlen.

„Wir bleiben dran“

Künftig soll der Platz ausreichen, um bis zu 150 Kinder nach dem Unterricht zu betreuen. Die Wilhelm-Busch-Schule hat rund 200 Schüler. Mit der räumlichen Erweiterung hofft sie, endlich als „ganztägig arbeitende Schule“ nach dem Profil 1 anerkannt zu werden. Schulleiterin Angelika Stelzer-Dasbach hat bereits drei Anträge gestellt. „Wir bleiben dran, da lassen wir uns nicht entmutigen“, sagte sie zu Schuljahresbeginn.

Der Magistrat ist zuversichtlich, dass die WBS mit dem Erweiterungsbau die letzte Antragshürde nimmt. Nicht ohne Stolz kündigt Sozialdezernent Michael Schüßler an, dass künftig alle sechs Rodgauer Grundschulen über ein Ganztagsprofil verfügen. Bewusst unterstütze die Stadt die Schulen und Fördervereine mit viel Geld: „Das ist ja auch ein Standortfaktor, der unsere Stadt auszeichnet.“

Für die künftige Entwicklung verweist Michael Schüßler auf das neue Ganztagsschulkonzept des Kreises. Darin seien Nachmittagsangebote als schulische Veranstaltungen definiert. Nach Auffassung des Kreistags müssten diese Angebote für die Eltern kostenfrei sein. Schüßler lächelt: „Wer den Einnahmeausfall dann kompensiert, ist eine andere Frage.“

Schulanfänger 2013 in Rodgau

Schulanfänger 2013 in Rodgau

Dringend benötigt werden auch die beiden Kita-Gruppen, die im bisherigen Kinderhort am Alten Weg eingerichtet werden sollen. Schüßler berichtet von einer hohen Nachfrage nach Ganztagsplätzen: „Wir haben in diesem Quartier eine Zuzugssituation.“

eh

Quelle: op-online.de

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