Stadt kämpft gegen Komasaufen

Jügesheim - (eh) Die Waldfreizeitanlage Jügesheim wird in der Nacht zum 1. Mai erstmals komplett gesperrt. Die Behörden wollen damit Alkoholexzesse wie in den letzten Jahren verhindern.

Den Kampf gegen das Komasaufen lässt sich die Stadt rund 5 000 Euro kosten. Sie hat einen privaten Sicherheitsdienst engagiert, der die Nachtwache übernimmt. Zusätzlich sollen Polizeistreifen die Anlage kontrollieren. Tagsüber wird die städtische Ordnungspolizei eingesetzt.

Vom Donnerstag, 30. April, um 18 Uhr bis zum 1. Mai, um 8 Uhr, wird jeder Besucher des Platzes verwiesen. In Wald- und Feldgebieten außerhalb der Anlage dürfen sowieso keine Grill- oder Feuerstellen eingerichtet werden.

Am Maifeiertag werden die Kontrollen bis 20 Uhr fortgesetzt. Sie beschränken sich allerdings auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes: Familien und andere Gruppen dürfen an der Waldfreizeitanlage feiern, während Alkohol trinkende Jugendliche mit dem Auge des Gesetzes rechnen müssen.

„Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass es allein mit guten Worten und Hinweisen nicht getan ist“, begründet Stadtrat Michael Schüßler das rigorose Vorgehen: „Die aufgetretenen Probleme sind so massiv und schwerwiegend, dass wir als Eigentümer der Anlage nicht einfach sagen können, das geht uns nicht an.“ Der Ordnungsamtsdezernent berichtet von Alkoholexzessen, an denen sich auch Minderjährigen beteiligten: „Das kann man so nicht verantworten.“ In den letzten Jahren sei es vermehrt zu Gewalttätigkeiten gekommen.

Die massive Präsenz der Ordnungsmacht soll die Vorbeugung nicht ersetzen, sondern ergänzen. „Wir appellieren immer an die Eltern, auf ihre Kinder einzuwirken“, so Schüßler: „Komasaufen ist ja kein Rodgauer Problem.“

Dass die jungen Leute einfach woanders feiern, kann niemand ausschließen. „Es wird mit Sicherheit Verdrängungsmechanismen geben“, nimmt Stadtrat Schüßler an: „Dass die wegen unserer Maßnahme nicht alle zu Hause bleiben, dürfte klar sein. Aber wir können nicht das ganze Stadtgebiet sperren.“ Falls ein Eingreifen an anderen Stellen notwendig sei, werde die Polizei reagieren.

Die TGS Jügesheim hat aus den jährlichen wilden Feten in der Walpurgisnacht längst ihre Konsequenzen gezogen: Seit zwei Jahren feiert sie ihr 1.-Mai-Fest nicht mehr im Wald, sondern am Stadion.

Quelle: op-online.de

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