Stadt ist mit Millionen in den Miesen

Rodgau - (eh) Die Stadt Rodgau hat ihr Konto kräftig überzogen. Die kurzfristigen Kassenkredite beliefen sich zur Jahresmitte auf 9,7 Millionen Euro, wie Erste Stadträtin Hildegard Ripper (CDU) dem Haupt- und Finanzausschuss berichtete.

Aufs Jahr gesehen werde sich die Liquiditätslage der Stadt „im Rahmen des Haushaltsplans bewegen“, betonte die Stadtkämmerin. Da hat sie noch Spielraum: Das Stadtparlament hat ihr Kassenkredite bis 20 Millionen Euro genehmigt. Der Haushaltsplan weist unter dem Strich ein Defizit von 8,7 Millionen aus.

Besorgnis angesichts der aktuellen Zahlen hatte SPD-Haushaltsexperte Jörg Luther geäußert: „Wenn sich das so weiter entwickelt, sind wir zum Jahresende bei minus 20 Millionen.“ Die Kämmerin besänftigte: Durch den vierteljährlichen Eingang von Steuern und Finanzzuweisungen sei die Liquidität der Stadtkasse turnusmäßigen Schwankungen unterworfen.

Niedrige Zinsen halten die Belastung in Grenzen. Die Zinssätze der Kassenkredite orientieren sich nach Angaben der Kämmerin am „Eonia“. Dabei handelt es sich um einen Tagesgeldzins der Europäischen Zentralbank. „Eonia“ ist der Zinssatz, zu dem sich Banken über Nacht gegenseitig Geld leihen. Am 30. Juni lag er bei 0,401 %.

Besonders günstige Kassenkredite erhält die Stadtkasse seit Jahren von den Stadtwerken Rodgau, „derzeit für unter 0,5 Prozent“, wie Hildegard Ripper berichtet. Die Stadtwerke brauchen das Geld jedoch bald selbst, je weiter es mit ihren eigenen Bauvorhaben bei Wasser und Abwasser vorangeht. Erst am 30. Juni um 17 Uhr musste die Kämmerei wieder umschulden: Seither steht die Stadt bei ihrem Eigenbetrieb nur noch mit 3,5 Millionen Euro (statt 5,5 Millionen) in der Kreide, im Gegenzug wurde ein Kassenkredit bei der Sparkasse um zwei Millionen aufgestockt.

Quelle: op-online.de

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