Es soll wieder blühen

Die Stadt Rodgau legt bei wilden Wiesen nach und deckt Insekten den Tisch

Ob das noch was wird, bevor die Bienen in die Winterpause gehen? Die frisch eingesäte Blühwiese an der Freiherr-vom-Stein-Straße. Foto: wolf
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Ob das noch was wird, bevor die Bienen in die Winterpause gehen? Die frisch eingesäte Blühwiese an der Freiherr-vom-Stein-Straße. Foto: wolf

Nachdem einige Bienen-Blühwiesen verwildert und vertrocknet waren, legt die Stadt mit neuer Aussaat nach. Aufgefrischt wurde jetzt etwa das Gelände des ehemaligen Bürgergartens an der Freiherr-vom-Stein-Straße direkt neben dem Jugendzentrum. Die Aussaat kommt spät.

Rodgau - Eigentlich ist das Frühjahr dafür geschaffen. „Wir konnten nicht früher, weil wir die Haushaltsgenehmigung abwarten mussten und dann erst die Arbeiten vergeben konnten“, argumentiert eine Pressesprecherin der Stadt. Man sei aber guter Hoffnung, dass die aktuelle Wetterlage mit Gewittern und heißen Temperaturen die Aktion begünstige. „Sofern die regnerischen Tage nachlassen, haben wird bereits das Wässern der Blühflächen mit beauftragt. Die Bienchen werden noch einen gedeckten Tisch vorfinden. “.

Gelitten hatte zum Beispiel auch die wilde Blumenwiese an der Einhardstraße (wir berichteten). Sie wird jetzt „grundlegend erneuert“.

Die Stadt legt solche Flächen nicht wahllos an. Dahinter steckt vielmehr seit 2013 das Konzept, im Zuge der Biodiversität wilde Wiesen an ausgewählten Straßenrändern, an Bienenhotels und in Grünanlagen anzulegen. Nichts tun und trotzdem viel erreichen ist das Motto. Denn sobald Wildkräuter und -blumen weitgehend ungebremst wachsen dürfen, finden Biene, Schmetterling & Co. Nahrung. Dies ist wiederum Grundlage dafür, dass Obstbäume bestäubt werden und sich Früchte bilden.

Im Martin-Luther-Park in Dudenhofen und im Rodaupark Jügesheim lassen Stadtgärtner das Gras deshalb in den Randzonen wachsen. Insgesamt 75 000 Quadratmeter werden auf Stadtgebiet nur ein bis zweimal im Jahr gemäht. Für Saat und Pflege zahlt die Stadt etwa 12 000 Euro pro Saison. Außer der Reduzierung der Schnittfrequenz sollen Blühzeiten berücksichtigt werden. Darüber hinaus verzichtet man auf den Einsatz von Pestiziden und Düngemittel.

An der Feuerwehr Mitte in Jügesheim wird die Blühwiese erst im Herbst überarbeitet, da sie diesen Sommer noch in der Blüte steht und dann nachgesät werden muss.

Weitere Blühflächen sind beispielsweise vor dem Bürgerhaus Weiskirchen am P+R- Parkplatz Bahnhof Weiskirchen, im nördlichen Teil vom Helixpark in Hainhausen, nahe der Düne in Dudenhofen, im Lutherpark und am Niederwiesenring.  bp

Quelle: op-online.de

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