36 Wohnungen am alten Doktorhaus

Stadt Rodgau schließt Baulücken

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Auf der Wiese am alten Doktorhaus möchte die Obertshäuser ErBa Bau- und Immobilien GmbH Stadthäuser errichten. Das Doktorhaus würde saniert. Drei Wohnungen sollen darin entstehen.

Rodgau - Neubaugebiete ausweisen ist das Eine, Baulücken zu schließen das Andere. Die Stadt macht beides, um Neubürgern in Rodgau Wohnungen anbieten zu können.

Der Lückenschluss – also die Nachverdichtung – war gestern ein Thema von Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Im Rathaus informierte er die Presse über neue Entwicklungen. So schließt die Stadt zum Beispiel mit dem Verkauf des alten Doktorhauses in Dudenhofen und des dazu gehörenden Grundstücks ein unrühmliches Kapitel. An den 1736 Quadratmetern war einst die Dietzenbacher Werkmann-Gruppe interessiert, um dort Wohnungen zu bauen. Nachdem Firmenchef Uwe Werkmann aber nach einem anderen Grundstücksgeschäft mit der Stadt mit dem von ihm geplanten und versprochenen Bau eines Ärztehauses in Nieder-Roden nicht weiter kam, wurde der am 25. Juni 2012 im Stadtparlament beschlossene Grundstücksdeal bezüglich des Doktorhausgeländes nie realisiert. Es kam schlicht nicht zum Vertragsschluss.

Gestern sagte Bürgermeister Hoffmann, Werkmann habe 2015 erklärt, im Grunde kein Interesse mehr an dem Projekt in Dudenhofen zu haben. Danach sei die Stadt auf Investorensuche gegangen. Fündig wurde man in der ErBa Bau- und Immobilien GmbH Obertshausen. Das Unternehmen wolle zum städtischen Gelände am Doktorhaus noch einen privaten Grundstücksstreifen hinzukaufen. Dann sollen dort in vier neuen Gebäuden und dem alten Doktorhaus 36 Wohnungen entstehen. Das Positive für die Stadt: Werkmann hätte 2012 pro Quadratmeter nur 330 Euro gezahlt, der neue Investor ist zu 400 Euro bereit. Die Stadtverordnetenversammlung muss das Ganze in ihrer nächsten Sitzung am 6. Februar noch beschließen. Zur Abstimmung steht dann eine dreistufige Magistratsvorlage folgenden Inhalts:

  • Der Beschluss vom 25. Juni 2012, das Doktorhausgelände an die Werkmann-Gruppe zu verkaufen, wird aufgehoben.
  • Das Gelände wird vom neuen Investor für eine Wohnanlage überplant.
  • Das Areal wird an den Investor verkauft.

Um Verdichtung geht es auch in Hainhausen. Dort möchte der Investor Amadeus Group neben den hohen Wohnblocks an der Wilhelm-Leuschner-Straße in mehreren dreieinhalbgeschossigen Gebäuden 96 Wohnungen unterbringen. Dafür verschwinden die Garagen. Parken sollen die Mieter dann in einer Tiefgarage mit 200 Plätzen. Verbunden ist das Projekt Hoffmann zufolge mit einer Erweiterung der dort bestehenden Kindertagesstätte 7 um eine Gruppe für etwa zwölf Kinder. Der Magistrat hat für dieses Bauvorhaben jetzt die Offenlage des Bebauungsplans Hainhausen 19 beschlossen.

In Jügesheim an der Ludwigstraße 1 soll der markante Backsteinbau, der zuletzt einen Pub beherbergte, einer Wohnbebauung weichen. Ein Investor will dort 18 Wohnungen bauen. Mit ihm sei vereinbart, das neue Gebäude etwas zurückzusetzen, damit genügend Platz für den Bürgersteig bleibt.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Überdies schlägt der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung vor, dem Verkauf der städtischen Grundstücke Falkenweg 2a (Hainhausen) und Karl-Sattler-Straße 14 (Weiskirchen) zuzustimmen. Dort könnten dann neue Häuser gebaut werden. Beide Parzellen gehören zu jenem Gelände, das im Zuge des städtischen Spielplatzkonzepts als Bauland versilbert wird soll. Die Hälfte des Erlöses daraus fließt wieder in den Spielplatzbau oder in deren Modernisierung. Das Spielplatzkonzept sieht vor, überflüssige Spielplätze oder seit Jahrzehnten für diesen Zweck freigehaltenen Grundbesitz zu verkaufen. Am Falkenweg befindet sich bereits ein Spielplatz, die Karl-Sattler-Straße 14 war dafür einst zwar vorgesehen, wurde aber nie so genutzt. Es blieb dort bei einer Wiese. 14 Anwohner des Falkenwegs hatten gegen die Verkaufspläne vergeblich protestiert. (bp)

Quelle: op-online.de

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