Rund 40 Millionen Euro in 34 Jahren

Rodgau (eh) - Die Stadt vergibt Investitionszuschüsse an Vereine ab 2013 wieder jährlich. Mit der Mehrheit der Kooperation hat das Stadtparlament das Vereinsförderungsprogramm geändert.

Die CDU scheiterte mit ihrem Antrag, die Entscheidung auf Oktober zu verschieben und davor mit den Interessenvertretern der Vereine zu sprechen. Auch weiterhin gebe es bis zu 200.000 Euro jährlich an Investitionszuschüssen für Vereine, sagte Sport- und Kulturdezernent Werner Kremeier (Grüne). Der Fünfjahresplan von 2008 bis 2012 habe sich jedoch als zu kompliziert und unflexibel erwiesen. Das Geld sei rasch verplant gewesen: „Später kommende Vereine schauten buchstäblich in die Röhre.“

Künftig müssen Vereine bis zum 31. März ihren Antrag für das Folgejahr stellen. Die Förderkriterien wurden verschärft. Falls insgesamt mehr als 200.000 Euro beantragt werden, gilt ein neuer Verteilungsschlüssel. Er bevorzugt kleine Clubs und Vereine mit vielen Jugendlichen.

Die Investitionszuschüsse sind nur ein Teil der Vereinsförderung. Laut Kremeier beträgt der Gesamtumfang im nächsten Jahr 682.000 Euro. Als „einmalig in Hessen“ bezeichnete Heino Reckließ (FDP) die großzügige Vereinsförderung der Stadt Rodgau. Seit der Stadtwerdung habe man rund 40 Millionen Euro für die Vereine ausgegeben.

Hohe Bedeutung der Vereine

200.000 Euro an Fördermitteln pro Jahr seien „eine überragende Leistung bei dieser Haushaltslage“, betonte Edgar Ott (SPD). Der Stichtag für Anträge sei der gleiche wie beim Kreis Offenbach und beim Landessportbund. Verständnis äußerte Ott für das Ansinnen der CDU, noch einmal die Betroffenen anzuhören. Eine spätere Entscheidung bedeute aber weitere Unsicherheit für die Vereine.

Anette Schweikart-Paul (CDU) kritisierte, die neuen Förderrichtlinien gängelten die Vereine und hinderten sie an verlässlicher Planung.

Redner jeglicher Couleur betonten die hohe Bedeutung der Vereine für das Gemeinwesen. Einen Eklat löste Anette Schweikart-Paul mit dem Satz aus: „Unsere Bürger hätten ein erbärmliches Leben ohne die Angebote der Sportvereine (...). Es wäre eine Leere ohne die Angebote der kulturtreibenden Vereine.“ Winno Sahm (Grüne) sah darin eine „abstruse Verengung des Blicks auf unsere gesellschaftliche Realität“ und eine Diffamierung von Individualisten. So habe sie es nicht gemeint, sagte die CDU-Rednerin. Sie habe vielmehr auf den Wert des Sports für die Gesundheit hinweisen wollen. Nicht jeder könne sich den Besuch eines Sportstudios leisten.

Quelle: op-online.de

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