„Ein Juwel für Rodgau“

Stadt zeichnet Maximal mit Kulturpreis 2017 aus

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Maximale Präsenz zeigten Mitglieder, Fans und ehrenamtliche Mitarbeiter der Kulturinitiative Maximal am Ende der feierlichen Kulturpreisverleihung im Bürgerhaus Nieder-Roden.

Rodgau - Großer Bahnhof für die Kulturinitiative Maximal: Als Anerkennung für 23 Jahre kulturelle Arbeit erhielt der Verein am Mittwoch den Kulturpreis der Stadt Rodgau. In der Laudatio würdigte Volker Rebell die Initiative als „ein Juwel für Rodgau“.

Unter den 250 Gästen im Bürgerhaus Nieder-Roden war das „Who is Who“ der örtlichen Musikszene. Auch viele ehemalige Kulturpreisträger feierten mit. Auf der Bühne gab es einen kleinen Querschnitt aus dem Maximal-Programm: mit der Rodgau-Jazz-Bigband, Songpoetin Sonia Rutstein aus den USA und Zauberkünstler Andreas Fleckenstein. Gemeinsam mit der Bigband traten auch Thomas Langer (Gitarre) und Kerstin Pfau (Gesang) auf. Eine kurzweilige Laudatio hielt der Musikkenner und Radioplauderer Volker Rebell. Er hat mehrere Veranstaltungen im Maximal bestritten und betreibt selbst eine Kulturbühne in Offenbach. Der Rodgauer Kulturpreis würdige nicht den kommerziellen Erfolg, sondern die künstlerische Qualität, betonte Rebell. Das Maximal werde deshalb auch nie in die Verlegenheit kommen, den Preis zurückzugeben, meinte er in Anspielung auf den jüngsten Skandal um den Musikpreis „Echo“.

Die Kulturinitiative sei „ein Juwel für Rodgau“, lobte Rebell. Sie präsentiere „nationale und internationale Künstler von Format, die man auf den Bühnen der Großstädte vergeblich sucht“. Ein Alleinstellungsmerkmal sei die stilistisch offene Reihe der Jazznights mit Thomas Langer: „Allein dafür sollte es Preise und rote Rosen regnen.“ Die Betreuung der Künstler gehe so weit, dass manche Bühnengäste sogar privat beherbergt werden: „Das gibt es auch nicht so oft.“ Neben Programm und Ambiente mache der gute Klang die Atmosphäre im Maximal aus, hob Volker Rebell hervor. Er würdigte das dreiköpfige Tontechnikerteam sowie die Foto- und Videodokumentation mit eigenem Youtube-Kanal: „So was haben nicht mal wesentlich größere Musikbühnen.“

Die Unterschiede einer Kulturinitiative zu anderen Veranstaltern arbeitete die Maximal-Vorsitzende Karin Wagner in ihrer Dankesrede heraus. Man könne immer nur das leisten, wofür sich auch Freiwillige finden. Die Aufgaben reichen vom Aufhängen der Plakate über GEMA und Künstlersozialkasse bis zum Müllrausbringen. Und welcher Besucher weiß schon, dass die Tontechniker bereits um 16 Uhr ihre Arbeit beginnen, damit vier Stunden später alles klappt?

Dankbar blickte Karin Wagner auf die Gründergeneration und die ehemaligen Vorstandsmitglieder zurück: „Sie hatten die Idee und haben Aufbauarbeit geleistet.“ Im Lauf der Zeit sei es notwendig geworden, professionelle Strukturen zu entwickeln. Nach wie vor sei man sich einig, „dass Kultur für alle da ist und nicht nur für die, die es sich leisten können“. Das Team mache sich die Auswahl der Künstler nicht leicht: „Wir haben so viele Anfragen, dass wir täglich ein Liveprogramm anbieten könnten.“ Die stilistische Bandbreite sei riesig und reiche „bis hin zu Sondersparten, von denen wir selbst noch nichts gehört haben“. Die Kulturinitiative lebe von ehrenamtlicher Mitarbeit: „Wir sind keine geschlossene Gesellschaft. Man muss kein Mitglied sein, um bei uns mitmachen zu können.“

So wirkt Musik auf unseren Körper

Als erster Gratulant erinnerte Gitarrist Thomas Langer an die Anfänge: „Als ich aus Amerika zurückkam, gab es in Rodgau noch keine Bühne, wo man Rock- und Jazzmusik spielen konnte.“ Dieter Stein habe damals seine Halle in der Stettiner Straße 17 für kulturelle Arbeit zur Verfügung gestellt: „eine ehemalige Schreinerei, keine Maschinen mehr, nur ein großer Raum mit ein paar Getränkekästen in der Ecke“. Der Musiker ist nach eigenen Worten schon seit 1992 dabei: „Eine bewegende Zeit – ich freue mich, dass ich so lange dabei sein darf.“

Die Kulturinitiative habe einen weißen Fleck ausgefüllt, sagte Uli Kratz von der Freien Musikschule Rodgau: „Der Durst nach einem Kulturangebot abseits des Mainstreams war groß. Endlich existierte hier eine Live-Bühne für Musik aller Genres. Allein diese Errungenschaft ist nach 24 Jahren schon einen Kulturpreis wert.“ Für das alternative Zentrum (AZ) Rödermark gratulierte Lothar Rickert: „Wir beneiden euch um euer Musikprogramm in Qualität und Quantität.“ Sein Geschenk ans Maximal: eine Seite im nächsten AZ-Programmheft, damit die Rodgauer für ihr Angebot werben können. (eh)

Quelle: op-online.de

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