Stadt vergräbt Millionen

+
In der Merianstraße im Stadtteil Dudenhofen hat das große Graben bereits begonnen. Bauarbeiter verlegen dort 115 Meter neue Sammelleitung für Abwässer und 15 Hausanschlüsse. Das kostet zusammen gerechnet rund 160 000 Euro. Parallel dazu erneuern sie die Trinkwasserleitung aus dem Jahr 1935 unter anderem von der Goethestraße bis zur Feldstraße. Dafür fallen 220.000 Euro an.

Rodgau ‐ Risse, poröse Dichtungen, Wurzelschäden: manche Kanäle geben ein trauriges Bild ab. Die Schäden am Entwässerungsnetz sind zwar lange nicht mehr so schlimm wie in den 70er Jahren, als Rohre in Extremfällen gleich meterweise zusammenbrachen.  Von Bernhard Pelka

Trotzdem sind die Stadtwerke bemüht, durch kontinuierliche Reparaturen das Abwassersystem in einem ordentlichen Zustand zu halten. Dasselbe gilt für Trinkwasserleitungen. Auch in diese pumpen die Stadtwerke seit Jahren etliche Steuermillionen. 2010 werden acht Kilometer Kanal und 1,7 Kilometer Trinkwasserleitungen repariert oder erneuert. Das teilten Bürgermeister Jürgen Hoffmann, die Stadtwerkedezernentin Hildegard Ripper, Betriebsleiter Oliver Vogt, dessen Stellvertreter Helmut Wiegand und Sachgebietsleiter Manfred Wasserek mit. Ausführlich stellten sie auch anhand von Plänen einzelne Baumaßnahmen vor. Die Kanalsanierung wird in diesem Jahr 1,7 Millionen Steuergelder verschlingen, für die Trinkwasserrohre fallen 900.000 Euro an.

Bei dieser Gelegenheit prüfen und erneuern die Stadtwerke bei Bedarf auch gleich die Hausanschlüsse. Die Stadtwerke-Experten rechneten vor, dass hierfür rund 2.000 Euro Kosten für Kanal und noch einmal dieselbe Summe für Wasserleitungsanschlüsse auf Hausbesitzer zukommen. Das Rechenbeispiel bezog sich auf eine sechs Meter lange Wasserleitung. „Die Bürger sind darüber aber informiert“, versicherte Vogt. „Wir sind generell sehr lange vor Beginn einer Baumaßnahme mit den Betroffenen in Kontakt.“ Hildegard Ripper berichtete, dass auch bei den anstehenden Baumaßnahmen die Anwohner schriftlich informiert würden. Bürgermeister Hoffmann ermunterte dazu, dass sich Bewohner der betroffenen Straßen den Stadtwerken als „Bürgernbeauftragte“ und Baustellenbeobachter zur Verfügung stellen (siehe blauer Kasten).

Die Sanierung der Kanäle wird sich überwiegend im Verborgenen - also ohne die früher üblichen Tiefbauarbeiten - abspielen. Bedeutet: keine aufgerissenen Straßen. In die kaputten Rohre werden einfach glasfaserverstärkte Kunstharzschläuche eingezogen. Bei den Wasserleitungen muss allerdings kräftig gebuddelt werden.

Die Maßnahmen:

Alt-Ort Nieder-Roden plus Gewerbegebiet, 5,2 Kilometer Kanal. Alter Ortskern Jügesheim, 1,2 Kilometer Kanal.

Einhardstraße Dudenhofen, Stilllegung (Verfüllung) eines von 60 Meter Kanal, der nicht mehr gebraucht wird und Neubau von 135 Meter Kanal. Der alte Kanal diente ab 1960 als Regenrückhaltekanal. Diese Funktion hat er inzwischen verloren und musste aber trotzdem Jahr für Jahr aus rechtlichen Gründen gewartet, saniert und überprüft werden. Diese Kosten und Arbeit möchte sich die Stadt in Zukunft sparen.

Borsigstraße, 1,2 Kilometer Kanal. Merianstraße, 115 Meter Sammelleitung, 15 Hausanschlüsse, 460 Meter Wasserleitung. Weitere Wasserleitungen werden getauscht in der Georg-August-Zinn-Straße, Falltorstraße, Hainhäuser Straße, Rathenaustraße, Burgstraße, und Ostring.

‐Bürger, die als Baustellenbeauftragte die Kanal- und Wasserleitungsarbeiten verfolgen möchten, wenden sich an die Stadtwerke unter Tel.: 82960, Betriebsleiter Oliver Vogt, dessen Stellvertreter Helmut Wiegand oder Sachgebietsleiter Manfred Wasserek.FAKTEN

‐  Das städtische Kanalnetz ist 182 Kilometer lang, die Trinkwasserversorgung 120 Kilometer.

‐  Die ältesten Leitungen in den Ortskernen sind noch aus den 1930er Jahren. Im Schnitt halten Leitungen etwa 50 Jahre.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare