Stadt will Bahnhofsvorplatz kaufen

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Hier sollen künftig keine Autos mehr stehen: der zugeparkte Bahnhofsvorplatz in Dudenhofen.

Dudenhofen (bp/eh) - Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Dudenhofen rückt näher. Der Magistrat schlägt dem Parlament vor, die 6600 Quadratmeter von der Bahn für 132.000 Euro zu kaufen und dann neu zu strukturieren.

Als Grundlage dafür könnte eine alte Planung aus dem Jahr 2010 dienen. Diese sieht unter anderem vor, durch Poller und Bruchsteine zu verhindern, dass Autofahrer auf dem Gelände weiterhin kreuz und quer parken.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Stadtrat Michael Schüßler erläuterten vor der Presse, die Aufenthaltsqualität des Platzes solle deutlich steigen. Gedacht wird zum Beispiel an eine Möblierung mit Sitz- und Spielgelegenheiten. Eine weitere Option ist, die dort stehende Lagerhalle abzureißen und an deren Stelle (oder an einem anderen Platz) geordnete Autostellplätze anzulegen. Die Halle ist noch bis Jahresende an einen Rodgauer Unternehmer vermietet. Diesem würden Alternativen angeboten. „Es geht nicht darum, jemand zu vertreiben“, betonte Hoffmann.

Neugestaltung des Areals

Die Neugestaltung des Areals wurde 2010 mit 200.000 Euro beziffert. Exakte Zahlen liegen aber noch nicht vor. Rhein-Main-Verkehrsverbund, Kreisverkehrsgesellschaft und Stadt wollen sich erst noch abstimmen.

Der Umbau des Platzes ist ein alter Wunsch. Seit dem S-Bahn-Start im Dezember 2003 gibt es Überlegungen, das ungeordnete Durcheinander in eine ansprechende Visitenkarte des Stadtteils zu verwandeln. Vier Gestaltungspläne beschäftigten seither die städtischen Gremien, zuletzt im Frühjahr 2010. Damals sprach sich der Ortsbeirat einstimmig für einen Umbau aus, der gänzlich auf Parkplätze verzichtet.

Das größte Hindernis einer Umgestaltung waren bisher die Eigentumsverhältnisse. Nur ein Teil der Fläche ist im städtischen Eigentum, der Rest gehört der Deutschen Bahn. Die Grenze zieht sich quer über den Platz. Noch 2006 hoffte die Stadt, den Bahnanteil per Flächentausch zu erhalten, weil die Vermessungsarbeiten nach dem S-Bahn-Bau noch nicht abgeschlossen waren. Dann erklärte die Bahn in einem Brief, sie begrüße jede wertsteigernde Maßnahme im Umfeld der S-Bahn-Station. Doch diese Äußerung war der Stadt zu unverbindlich: Sollte das etwa heißen, dass die Stadt einfach auf Bahngelände bauen kann?

Startschuss beim 24-Stunden-Lauf im September 2011

Der Umbau des DB-Konzerns und mehrfach wechselnde Zuständigkeiten machten die Sache nicht einfacher. Über Jahre hinweg gelang es der Stadtverwaltung nicht, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Erst im Dezember 2009 nahm die Stadt Gespräche mit der DB Immobilien-Service GmbH auf. Der Startschuss von Bahn-Chef Rüdiger Grube beim 24-Stunden-Lauf im September 2011 brachte die Angelegenheit wieder ins Rollen.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann nutzte die Chance, das Thema auf höchster Ebene anzusprechen. In den folgenden Monaten, so heißt es aus dem Rathaus, sei die Bahn von ihrer viel zu hohen Preisforderung (700.000 Euro) abgerückt. Nun ist das Grundstücksgeschäft reif zur Unterschrift – sofern das Stadtparlament zustimmt.

Quelle: op-online.de

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