Stadt will Parkplatz verkaufen

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Hier ist noch Platz für ein Wohnhaus: An der Schwesternstraße will der Magistrat eine Baulücke auf Kosten von Parkplätzen schließen. Sechs Stellplätze sollen entfallen. Das ist umstritten.

Jügesheim - (eh) Neuer Ärger in der Schwesternstraße: Erst war die Straße verdreckt und jetzt soll auch noch der öffentliche Parkplatz wegfallen. Der Magistrat will den Parkplatz und den Grünstreifen dahinter als Bauplatz verkaufen.

Unter den Hauskäufern des Neubaugebiets Robert-Haller-Ring regt sich Widerstand. „Eine Zumutung“, meinen Dr. Björn und Katja Simon, die im Juni einziehen wollen: „Schon jetzt sind Parkplätze knapp, obwohl das Baugebiet noch nicht bewohnt ist.“Künftig werde Besuchern und Anliegern nichts anderes übrig bleiben, als die ohnehin engen Straßen zuzuparken.

Eine ähnliche Kritik äußert Thomas Köbler: „Die ganze Situation wird immer enger.“ Die Stadt habe zwar den Bauträger HZ-Bau verpflichtet, weniger dicht zu bauen, aber jetzt wolle sie die „Luft“ an der Zufahrt wegnehmen.

„Wir haben damit nichts zu tun, das ist eine Planung der Stadt“, sagt Geschäftsführer Jörg Friedrich von HZ-Bau. Das Unternehmen habe alle Auflagen aus dem Bebauungsplan erfüllt. So werden nur 43 statt der ursprünglich geplanten 60 Häuser gebaut; zusätzlich zu den privaten Stellflächen sind drei öffentliche Parkplätze für insgesamt 14 Autos vorgesehen.

Außerhalb des Neubaugebiets können bis zu elf Fahrzeuge auf dem Parkplatz an der Schwesternstraße parken. Die Wiese dahinter ist ein Hundeklo. Was soll daraus werden? Da die Einfahrt zum Robert-Haller-Ring ohnehin neu befestigt werden muss, sieht der Magistrat die Chance, die ganze Fläche neu zu gestalten. Er schlägt vor, den Parkplatz zu verkleinern und das Restgrundstück als Bauplatz zu verkaufen. Die 388 Quadratmeter bieten Platz für ein Wohnhaus von 11 mal 7,50 Metern mit Garten. Vor den Gartenzaun passt außer dem Gehweg noch eine Parkbucht für dann nur noch fünf Autos. Die Fahrbahn soll auf 5,50 Meter aufgeweitet werden. Der Verkauf des Bauplatzes soll nicht nur eine Baulücke schließen, sondern auch teure Grünflächenpflege vermeiden und rund 120 000 Euro in die Stadtkasse bringen. Trotz der Baukosten für Fahrbahn, Gehweg und Parkstreifen bleibt ein geschätzter Erlös von 69 000 Euro. „Damit könnte man die Grünfläche 20 Jahre lang pflegen“, meint Daniel Zinecker, ein weiterer Hauskäufer.

Die CDU im Ortsbeirat folgte den Argumenten der künftigen Bewohner. Der Vorschlag des Magistrats wurde mit 6 : 4 Stimmen abgelehnt. Das Stadtparlament entscheidet darüber am 30. März.

Quelle: op-online.de

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