Stadtbücherei wird zum Lesecafé

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Mit Lesecafé, aktuellem Medienbestand und erweiterten Ausleihzeiten will Bibliothekarin Nicole Köster (rechts) die Stadtbücherei attraktiver machen.

Nieder-Roden (eh) - Die Stadtbücherei Rodgau macht Fortschritte. Der Medienbestand wird aktueller, die elektronische Vernetzung macht die Ausleihe einfacher. Jetzt hat im Sozialzentrum am Puiseauxplatz sogar ein „Lesecafé“ aufgemacht.

An sonnigen Tagen kann man sich zum Schmökern auf den Balkon setzen. Kaffee (50 Cent) und kühle Getränke gibt"s in Selbstbedienung zum Selbstkostenpreis.

Auch erweiterte Öffnungszeiten sollen neue Leser anlocken. Ab Juli ist die städtische Bücherei Nieder-Roden nicht nur mittwochs von 15 bis 19 Uhr, sondern auch montags von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Erstmals ist sie auch in den Sommerferien durchgehend für die Leser da.

Bibliothekarin Nicole Köster ist dabei, einen aktuellen Medienbestand aufzubauen. Der erhöhte Anschaffungsetat (ein Euro pro Einwohner seit 2010) erlaubt das jetzt auch. Vor allem bei Sachbüchern herrscht Nachholbedarf. Kistenweise hatte die Fachfrau mit ihrem Team die angestaubten Altbestände entrümpelt. „Ich hatte sogar Bücher aus den 60-er Jahren in der Hand“, erzählt sie. Ein Buch über Radiotechnik fand einen neuen Liebhaber - es liegt jetzt im Museum.

Stärker als bisher versteht sich die Stadtbücherei als Bildungseinrichtung. Neue Technik hilft dabei. Im Lauf des Jahres will sich Rodgau der so genannten „Onleihe“ anschließen, bei der man digitale Medien auf den Computer herunterladen kann.

Kooperation mit dem Kreis Offenbach

An den Internet-Arbeitsplätzen in den Büchereien kann man bald auch die Biographien des Munzinger-Archivs lesen. Eine Kooperation mit dem Kreis Offenbach macht’s möglich. Bereits jetzt ist möglich, gedruckte Bücher per Internet reservieren zu lassen.

Neu im Angebot sind Zeitschriften. Die Auswahl umfasst neben den großen Nachrichtenmagazinen auch Ratgebertitel wie „Test“ und „Eltern“, das Reisemagazin „Geo“ und sogar „Psychologie heute“. Selbst „Brigitte“ und „Bravo Sport“ fehlen nicht. Die Nachfrage der Büchereibesucher entscheidet, welche Titel abonniert werden.

Als „verquere Diskussion“ bezeichnet Stadtrat Michael Schüßler (FDP) die Büchereidebatten der letzten Jahre. Man habe sich nur auf einen teuren Neubau konzentriert, statt die vorhandenen Potenziale zu nutzen. Das Ziel einer zentralen Stadtbibliothek bestehe nach wie vor, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD). Mit der Aufwertung der Stadtteilbüchereien arbeite die Stadt gezielt auf dieses Ziel hin. Auch in Jügesheim und Weiskirchen soll sich bald etwas verändern.

Quelle: op-online.de

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