Midibus hat kein Problem mit Kurven

Stadtbus: Verkehr nach Maß

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Mit dem Maßband messen Stadtwerke-Chef Dieter Lindauer und Sachbearbeiterin Michèle Rämö die Länge der Busse nach. Ergebnis: Sie sind nicht länger als die alten. Mit im Bild: Busunternehmer Martin Hain (Zweiter von links), Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Rodgau (eh) - Die neuen Stadtbusse fahren leiser als die alten und kommen um jede Kurve. Nach Kritik von Bürgern an angeblich überlangen Bussen traten die Stadtwerke Rodgau gestern den Beweis an: Die Fahrzeuge haben nach wie vor Normmaße.

Sieben Busse werden in Rodgau im Stadtverkehr eingesetzt: drei Standardbusse mit zwölf Metern Länge, drei Midibusse mit 10,60 Metern und ein 18 Meter langer Gelenkbus im Schülerverkehr.

Die Midibusse fahren auf den Linien OF-42 (Jügesheim - Weiskirchen) und OF-41 (Nieder-Roden), die größeren Fahrzeuge bedienen die so genannte „Schülerlinie“ OF-42 (Rollwald - Hainhausen). Einer der Standardbusse wird als Reserve vorgehalten.

Neue Busse nach europaweiter Ausschreibung

Eine europaweite Ausschreibung der Busverkehrsleistungen in Rodgau zum Fahrplanwechsel 2011/12 bescherte den Fahrgästen neue Busse. Im März klagten die ersten Leser unserer Zeitung über Busfahrer, die Gehwege überfuhren, weil ihre Busse offenbar nicht mehr um die Kurve kamen. Anwohner der Eisenbahnstraße kritisierten, dass sie nicht mehr vor dem Haus parken konnten. Ein Betroffener am Jügesheimer Kapellchen: „Wenn sich zwei Busse begegnen, fährt einer einen Meter weit aufs Trottoir. Ich warte nur darauf, dass es mal einen Schlag tut.“

Das man mit dem Midibus durchaus auf der Fahrbahn bleiben kann, zeigte Busunternehmer Martin Hain gestern auf der Fahrt durch Jügesheim, Hainhausen und Weiskirchen. Der Magistrat hatte die wöchentliche Pressekonferenz in den Bus verlegt. Ergebnis: Wirklich eng wurde es nur in der Hochstädter Straße, wo die Straßenränder zugeparkt waren.

„Gerade in der Hauptverkehrszeit ist der Stadtbus ein richtig tolles, notwendiges Angebot“, lobt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Aber auch in den Nebenzeiten sei der verlässliche Halbstundentakt wichtig. Das zeigte sich auch gestern zwischen 8.30 und 9.30 Uhr während der „Pressefahrt“: Im Lauf der Stunde stiegen 13 zahlende Fahrgäste ein.

Kritik an den angeblich leeren Bussen

Die gern geäußerte Kritik an den angeblich leeren Bussen wies der Bürgermeister routiniert zurück: Auch beim Start des Rodgau-Busses im Jahr 1978 habe es anfangs geheißen, man fahre warme Luft spazieren. Im Übrigen sei es sinnlos, mit einer Ausdünnung des Fahrplans die Kosten senken zu wollen: „Der Fahrer muss sowieso den ganzen Tag bezahlt werden.“ Bei einer Abkehr vom 30-Minuten-Takt werde der Stadtbus nur unattraktiv.

Als größtes Problem der Stadtbusse in Rodgau bezeichnet Martin Hain die unpünktlichen S-Bahnen aus Frankfurt. Wer in Weiskirchen zu spät ankommt, sieht bisweilen nur noch die Rücklichter des Busses. Der Stadtbus darf höchstens drei Minuten warten, sonst kann er die Menschen aus Weiskirchen-Ost nicht mehr rechtzeitig zum Zug bringen. Denn die S-Bahn in der Gegenrichtung fährt pünktlich.

Quelle: op-online.de

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