Flotte verbraucht mehr als 100.000 Liter Diesel

Stadtbusse zu durstig

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Auch der Kläranlage Weiskirchen widmet der Umweltbericht 2012 ein Kapitel. Die Anlage deckt ihren Strombedarf zu 64 Prozent selbst, indem das Biogas aus Faulgasen in Elektrizität umgewandelt wird. Seit 2011 wird in den Klärbecken das Schlammwasser vorbehandelt. Das senkt den Stickstoffgehalt beträchtlich. Auch der bei Einleitung in die Rodau gemessene Phosphatgehalt konnte von zwei auf ein Milligramm pro Liter gesenkt werden.

Rodgau - Mit Einführung der Biotonne 2009 ist die Restmüllmenge pro Einwohner und Jahr binnen zwölf Monaten von 204 auf 120 Kilogramm gesunken. Ihren Tiefststand erreichte diese Zahl im vergangenen Jahr mit 100 Kilo. Jeder Rodgauer produzierte 2012 genau 84 Kilo Biomüll.

2009 waren es nur 66 Kilo gewesen. Diese Zahlen gehen aus dem städtischen Umweltbericht 2012 hervor. Gesunken ist das Sperrmüllaufkommen: von 42 Kilo pro Bürger und Jahr auf 16. Die Altpapiermenge liegt in den letzten Jahren hingegen immer zwischen knapp 73 und 77 Kilo. Der Bericht befasst sich auch mit der Zunahme des Fluglärms insbesondere über dem Stadtteil Weiskirchen. Dort steht seit 4. Juli 2012 eine Lärmmessstation. Bis Jahresende 2012 registrierte sie 1055 Überflüge, 642 am Tag von 6 bis 22 Uhr, 327 zwischen 5 und 6 Uhr sowie 22 und 23 Uhr, und 86 zwischen 0 und 5 Uhr sowie 23 und 24 Uhr. Das Problem: Die Anlage misst natürlich auch den Umgebungslärm (Autos, Motorräder). Erst ein Abgleich mit Daten des Deutschen Fluglärmdienstes filtert die eigentlichen Flugbewegungen heraus. Die meisten Überflüge 2012 gab es demnach im Oktober (288).

Ein weiteres Thema ist der Autoverkehr und der damit einhergehende Energieverbrauch. Dem Bericht zufolge sinkt die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge in der Stadt. 2003 waren noch 27 085 Personenwagen angemeldet, 2011 nur noch 25.075. In diesem Zeitraum hat auch die Zahl der Lkw um rund 1000 auf 1 496 abgenommen. Ganz erheblich ist der Spritverbrauch der städtischen Flotte. 2011 haben städtische Fahrzeuge 156.285 Liter Diesel und 11.120 Liter Benzin durch den Auspuff gejagt. Allein die Stadtbusse verbrauchten 114.000 Liter. Dazu heißt es im Umweltbericht: „Hier stellt sich die Überlegung an, ob nicht zukünftig auf Elektro-, Erdgas- oder gar Wasserstoffbusse umgestellt werden kann.“

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Eine immer geringere Rolle spielt Erdgas als Treibstoff von städtischen Fahrzeugen. 2009 lag der Verbrauch noch bei 1 360 Kilogramm, 2011 noch bei 493. Generell sei eine Umstellung auf „verbrauchsärmere und umweltfreundliche Antriebstechniken“ wünschenswert. Während die Stadt beim Treibstoff nicht spart, knausert sie beim Energieverbrauch ihrer Liegenschaften. Dieser ist durch Energiesparmaßnahmen von 12 356 Megawattstunden im Jahr 2010 auf 11.296 Megawattstunden 2011 gesunken. Der Umweltbericht nennt als Ursache dafür eine kürzere Heizperiode und die Modernisierung von Heizungen. Besonders positiv wirke sich in der Energiebilanz der Neubau der beiden Feuerwehrhäuser aus. Zum Treibhausgas: Hochgerechnet hat jeder Rodgauer 2011 den Ausstoß von etwa acht Tonnen CO2 verursacht. Der Weltklimarat appelliert, dass es nicht mehr als zwei Tonnen sein dürften, wobei jeder Deutsche schon auf elf Tonnen kommt.

(bp)

Quelle: op-online.de

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