Stadtmarketing im Aufbruch

Rodgau (eh) - Einheitliche Öffnungszeiten der Geschäfte, eine Wiederbelebung der „Rodgau-Messe“ und ein Rodgauer Schaufenster im Internet: Mit einem Bündel an Maßnahmen will die städtische Agentur für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing den Einkaufsort Rodgau attraktiver machen.

Agenturleiter Bernhard Schanze spricht von „Stadtmarketing im Aufbruch“. Vor rund 80 Gewerbetreibenden stellte er am Mittwochabend im Rathaus eine Reihe an Vorschlägen vor. Etwa zwei Dutzend Unternehmer erklärten sich bereit, in Projektgruppen mitzuarbeiten. .

Das oberste Ziel dieser Arbeit ist, Kaufkraft in Rodgau zu halten und zusätzliche Kunden anzuziehen. Grob geschätzt 120 Millionen Euro im Jahr geben Rodgauer Bürger in anderen Städten aus. Einen möglichst großen Teil dieser Umsätze will Schanze für den heimischen Handel zurückgewinnen.

Der Wirtschaftsförderer konfrontierte seine Zuhörer mit schmerzhaften Aussagen. Ein Beispiel: Die Einzelhandelsstruktur auf dem Stand der 80-er Jahre sei nicht mehr wettbewerbsfähig. „Wenn wir so weiterwursteln wie bisher, wird dieser Saal in zehn Jahren leer sein.“ Dies gelte es zu verhindern.

Begleitveranstaltungen zu verkaufsoffenen Sonntagen sollten sich nach Ansicht Schanzes auf die Jügesheimer Ortsmitte und den Puiseauxplatz konzentrieren. In diesen beiden Zentren sieht er auch die größten Chancen zur Weiterentwicklung. Dringenden Handlungsbedarf gebe es am Puiseauxplatz: „Dort haben wir im Moment einen starken Aderlass dadurch, dass angestammte Fachmarktangebote aus ihren Ladenlokalen ausziehen.“

Für eine Bündelung der Kräfte plädiert Schanze bei den Weihnachtsmärkten. Er schlägt einen mehrtägigen Weihnachtsmarkt mit Anbietern aus allen Stadtteilen vor, der entweder zentral in Jügesheim oder jedes Jahr in einem anderen Stadtteil stattfinden solle. Zudem plädiert der Wirtschaftsförderer für eine Wiederbelebung der „Rodgau-Messe“ als regelmäßige Gewerbeschau. Ein gemeinsamer Internetauftritt, am besten mit Bestellsystem, solle als Rodgau-Schaufenster jüngere Kunden ansprechen.

Als überlebenswichtig für den Einkaufsort Rodgau bezeichnete Bernhard Schanze sowohl die Ansiedlung großflächiger Fachmärkte als auch Investitionen in bestehende Geschäfte. Das Interesse der Einzelhandelskonzerne sei groß: „Wir kriegen die Türe eingerannt.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © AP

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare