Auftakt der Bürgerbeteiligung am geplanten Stadtumbau

Viele schöne Ideen für Dudenhofen

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Auch am Standesamt stoppte die Gruppe und machte sich Gedanken über die Aufenthaltsqualität dort. Ovales Foto: An Stellwänden gab es unter schattigen Pavillons am Bürgerhaus viele Informationen zu dem ehrgeizigen Stadtentwicklungsprojekt.

Dudenhofen - Sofern aus dem Landesförderprogramm Stadtumbau Hessen alle Gelder wie erhofft fließen, könnte Rodgau in den nächsten zehn Jahren 11,5 Millionen Euro in Verbesserungen für den Stadtteil Dudenhofen stecken. Von Bernhard Pelka 

Am vergangenen Samstag ist die Realität diesem großen Traum ein Stückchen nähergerückt. Mit Stadtspaziergängen begann die Bürgerbeteiligung an dem ehrgeizigen Projekt. Marius Becker steht auf dem Mäuerchen am Standesamt. Als wollte er eine große Rede halten. Dabei sind die Bürger mit Reden an der Reihe. Der Diplomgeograf gehört zum Team der Stadtentwickler von NH Projekt Stadt, einem Unternehmen der Nassauischen Heimstätte. Becker begleitet eine Gruppe Rodgauer beim Rundgang durch Dudenhofen. Er möchte von den Bürgern wissen, wie es in ihrem Stadtteil an bestimmten Orten um die Aufenthaltsqualität bestellt ist. Auch die Problemfelder Straßenverkehr, Parkplätze, Lärm, Dreck, Radwege schneidet er an. Und die Teilnehmer lassen sich nicht lange bitten. Gern nehmen sie die Gelegenheit wahr, sich direkt einbringen zu können. Eine lebhafte Diskussion kommt beim Rundgang in Gang. Aus den Wünschen, Vorstellungen und Kritikpunkten soll sich bis Ende Oktober ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept ableiten. Daraus könnten Projekte entstehen, die das Land zu 63 Prozent fördern soll. Die Experten von NH Projekt Stadt begleiten und steuern diesen Prozess im Auftrag der Stadt.

„Wie steht es hier um die Barrierefreiheit und die Querungsmöglichkeiten auf der Nieuwpoorter Straße?“, will Becker wissen. „Ganz schlimm, beklagt eine Teilnehmerin kopfschüttelnd. „Sogar auf dem Überweg wirst du angefahren.“ „Immer wenn ein neuer Bürgersteig gebaut wird, müsste man den absenken“, appelliert eine andere Frau. Ihr Nachbar regt sich wenig später ziemlich über den Zustand der Plätze und Begegnungszonen in Rodgau allgemein auf. „Es gibt hier nix Gescheites“, meint er.

Auch Gefahren für Radfahrer auf der viel befahrenen Straße am Standesamt werden angesprochen. „Sollten hier nicht Tische und Bänke stehen, damit die Brautpaare und ihre Gäste es nach der Trauung schön haben?“, wirft eine Frau in die Runde ein. „Das wird doch bei Bedarf hingestellt“, klärt sie ein anderer auf. In offener Diskussion formulieren die Teilnehmer Vorstellungen, Wünsche und Kritik. Auch den Ludwig-Erhard-Platz und den Dalles nehmen sie unter die Lupe. Später, in einem weiteren Stadtspaziergang ab dem Bürgerhaus, kommen noch das Gewerbegebiet Hegelstraße, die Kleingartenanlage und die Wegeverbindungen zum Badesee an die Reihe.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Rodgau

„Lassen Sie’s raus. Nutzen Sie die Gelegenheit. Es ist eine große Chance, direkt etwas zu bewirken“, wirbt Bürgermeister Jürgen Hoffmann schon zum Auftakt der Veranstaltung um lokale Partnerschaften. Sie sollen bei dem Projekt Bindeglieder sein zwischen Bürgern und Politik. Wie die erhofften Gelder genutzt werden sollten, sei „bewusst nicht vorgegeben.“ Trotzdem nennt der Verwaltungschef Eckpunkte, um die es beim integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept geht: Mobilität, Wohnen, Klimaschutz, Gestaltung, Demografie. „Es geht darum, Veränderungen anzustoßen.

Machen Sie mit. Wir brauchen Ihre Unterstützung!“ Das beherzigen die Gäste gern. Zum Beispiel tragen sie sich in Listen für Partnerschaften ein. Und sie formulieren auf Zetteln an einer Wunsch-Wand erste Gedanken:

  • „Die Mainzer Straße nicht mehr als Umgehung der Ampel an der Kreisquerverbindung nutzen.“
  • „Trennung Wohngebiet und Industriegebiet.“
  • „Im Bühlfeld als Sackgasse ausweisen.“
  • „Schwerlastverkehr Hegelstraße nicht durch Dudenhofen.“
  • „Verkehrsberuhigung Mainzer Straße. Parkflächen einzeichnen.“

Die Stadtspaziergänge sind nur der Auftakt. Am 15. Juni, 18 bis 21 Uhr, folgen im Bürgerhaus die Leitbildwerkstatt und am 8. August, 18 bis 21 Uhr, die Projektwerkstatt. Dann sollen schon konkrete Vorhaben formuliert sein, für die die Stadt Zuschüsse beantragen muss.

Quelle: op-online.de

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