Stadtwald wirft wieder Gewinn ab

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Rodgau - Der Stadtwald ist ein Gewinn: Er sorgt für saubere Luft, ist ein Ort der Erholung und bringt auch noch Geld in die Stadtkasse. Für nächstes Jahr rechnet die Stadt mit einem Überschuss von 47.380 Euro.

Das ist kein riesiger Betrag, aber dennoch eine gute Nachricht. Früher machte der Forstbetrieb regelmäßig Verlust. „Seit 2008 erwirtschaften wir Gewinn“, sagt Peter Kämmerling, der neue Fachdienstleiter für Stadtplanung und Umwelt. Das soll auch 2013 weitergehen. Allerdings ist der Erlös aus dem Holzverkauf nur bedingt planbar. Schon ein kräftiger Sturm kann die Kalkulation über den Haufen werfen: Wenn Windbruch zu einem Überangebot führt, fallen die Preise ins Bodenlose.

Rodgau ist für solche Preisschwankungen besonders anfällig, denn die Wälder bestehen zu rund 90 Prozent aus Kiefern und anderen Nadelbäumen. Als billiges Industrieholz werden sie unter anderem zu Transportpaletten verarbeitet.

14.500 Festmeter sollen im nächsten Jahr eingeschlagen werden

Der Landesbetrieb „Hessen-Forst“ bewirtschaftet den Wald im Auftrag der Stadt. 14.500 Festmeter sollen im nächsten Jahr eingeschlagen werden, die kleinere Hälfte davon in Handarbeit. Drei Forstwirte mit Motorsägen fällen vor allem starke Kiefern und andere höherwertige Sortimente. Den Rest übernimmt die Erntemaschine, auch „Harvester“ genannt. „Die Massen, die wir mit dem Harvester aufarbeiten, könnten wir mit eigenen Leuten nicht schaffen“, sagte Revierförster Peter Bangert neulich im Ortsbeirat Nieder-Roden. Dabei sei ein Reinerlös zwischen 30 und 40 Euro pro Festmeter zu erzielen. Insgesamt soll der Holzverkauf im nächsten Jahr rund 520.000 Euro einbringen.

Langfristig höhere Einnahmen erhofft sich die Stadt, wenn sie ihr Holz mit dem FSC-Gütesiegel verkaufen kann. Das Stadtparlament hat beschlossen, eine Zertifizierung nach diesem Standard zu beantragen.

Nachhaltige Form der Forstwirtschaft

FSC steht für eine besonders nachhaltige Form der Forstwirtschaft, die auf Chemikalien verzichtet und einen Teil des Waldes gar nicht mehr bewirtschaftet. „Wir wissen noch nicht, welche Flächen wir aus der Nutzung herausnehmen“, sagt Fachdienstleiter Peter Kämmerling. Die Stadt prüfe aber bereits, ob sie für diese Flächenstilllegung Ökopunkte gutgeschrieben bekommt, die sie als Ausgleich für Bauvorhaben einlösen kann.

eh

Quelle: op-online.de

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