Stadtwerke bündeln ihre Kräfte

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Die Halle rechts im Bild soll abgerissen werden und dem Neubau Platz machen.

Rodgau (eh) - Die Stadtwerke Rodgau brauchen mehr Platz, weil die Stadt zunehmend Aufgaben vom Rathaus auf den Eigenbetrieb verlagert. Erste Entwurfspläne sehen vor, eine Halle auf dem Betriebsgelände im Gewerbegebiet Jügesheim abzureißen und dort ein neues Bürogebäude mit etwa 50 Arbeitsplätzen zu errichten.

Bisher sind die Mitarbeiter auf mehrere Standorte verteilt. Das Gebäude Hans-Böckler-Straße 1 gehört seit zehn Jahren der Stadt. Sie hatte es aus der Konkursmasse eines Unternehmens erworben. Bereits damals wollte man alle Betriebszweige der Stadtwerke unter einem Dach vereinen. Bei näherer Betrachtung erwies sich das vermeintliche Schnäppchen jedoch als teilweise ungeeignet, denn Büros ließen sich in den Wohnräumen nicht ohne Weiteres einrichten. Außerdem reichte der Platz nur für 17 der damals 20 Mitarbeiter.

Vorentwurf sieht dreistöckigen Flachdachbau vor 

Nun ist die nächste Umbau notwendig - genauer gesagt: eine massive Erweiterung. Der Flächenbedarf wird im Entwurf des Wirtschaftsplans für 2012 mit rund 2 000 Quadratmetern angegeben: für etwa 50 Arbeitsplätze, Funktionsräume (Personalrat, Pausenraum, EDV-Raum), Archiv sowie Flure, Treppen und Aufzug. Ein Vorentwurf der Rodgau Planungsteam GmbH sieht einen Flachdachbau mit drei Stockwerken vor.

Ein Neubau ist beim aktuellen Preis- und Zinsniveau offenbar günstiger als eine Anmietung der Büroräume. Diesen Schluss legen die Zahlen im Wirtschaftsplan nahe. Bei einem Mietzins von sieben Euro pro Quadratmeter sei mit 168 .000 Euro Mietkosten pro Jahr zu rechnen. Ein Neubau auf dem Betriebsgelände zum Preis von 2,55 Millionen Euro, mit einem Darlehen zu 4,5 Prozent finanziert, koste an Zins und Tilgung lediglich 140. 500 Euro pro Jahr. Dabei sei zu beachten, „dass bei Anmietung privates Eigentum finanziert, bei Investition jedoch kommunales Eigentum geschaffen wird“.

Neubau ist günstiger als Anmietung von Büroräumen

Nach der jüngsten Ausgliederung von Aufgaben aus der Stadtverwaltung haben die Stadtwerke sieben Betriebszweige: Abfallwirtschaft, Bauhof, Friedhofs- und Bestattungswesen, Stadtentwässerung, Tiefbau, Verkehrsbetrieb und Wasserversorgung. Die Zahl der Mitarbeiter steigt um 9,5 auf 98,38 Stellen. Acht Stellen gehen von der Stadt auf die Stadtwerke über (Tiefbau, Abfallwirtschaft), eine Stelle wechselt zurück ins Rathaus (Grünflächen), weitere 2,5 Verwaltungsstellen werden bei den Stadtwerken neu geschaffen.

Im laufenden Geschäft sieht der Wirtschaftsplan für 2012 einen Jahresgewinn von rund 740 .000 Euro vor. Die größten Ertragsbringer sind Stadtentwässerung und Wasserversorgung (jüngste Gebührenerhöhung 2010) sowie die Abfallwirtschaft (Gebührenerhöhung 2011).

Quelle: op-online.de

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