Licht am Bahnpfädchen nur bei Bedarf

Modernste Straßenbeleuchtung im Kreis Offenbach

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Mit einem Tabletcomputer lässt sich jede einzelne Straßenlaterne steuern und überwachen. Auch dem Bild: Projektleiter Tobias Rittler.

Dudenhofen - Eine Teststrecke für die Stadtbeleuchtung der Zukunft erhellt ein Stück des Bahnpfädchens bei Dudenhofen. Bewegungsmelder steuern die 15 LED-Straßenlaternen. Das spart Energie und verhindert unnötiges Streulicht.

Fußgänger und Radfahrer haben es trotzdem hell: Das Licht wandert mit. Auch die Wartung wird einfacher: Jede einzelne Leuchte lässt sich aus der Ferne überwachen. „Nicht nur Licht, sondern Licht in neuer Form“, lobt Bürgermeister Jürgen Hoffmann die Teststrecke am Bahnpfädchen. Mit 15 Straßenlaternen auf 600 Metern will die Stadt Erfahrungen sammeln. „Es ist die erste adaptive und intelligente Stadtbeleuchtung im Kreis Offenbach“, sagt Stadtwerke-Chef Dieter Lindauer stolz. Von der Lichtplanung bis zum Anschluss hätten die Stadtwerke Rodgau Energie GmbH die Anlage selbst gebaut. Seit Jahren besteht der Wunsch, das Bahnpfädchen zwischen Dudenhofen und Nieder-Roden zu beleuchten. Die 80.000 Euro reichten allerdings nur für knapp die halbe Strecke. Der Rest bleibt dunkel.

So funktioniert’s: Nur dort, wo sich jemand bewegt, sind die Leuchten hell. Die zweite Leuchte von vorne ist noch heruntergedimmt. Sobald sich die Radlerin nähert, leuchtet sie heller.

Die Beleuchtung zeigt, was heute technisch möglich ist. Linsen an den LED-Leuchten lenken das Licht dahin, wo es gebraucht wird. Jede einzelne Leuchte kann ferngesteuert werden. Bewegungsmelder liefern die Impulse, um das Licht heller und dunkler zu dimmen. Für Fußgänger ist das ein Aha-Effekt: Nach und nach erhellt sich der Weg vor ihnen, hinter ihnen dunkelt er sich allmählich ab. Radfahrer erleben das anders: Wenn sie schnell fahren, scheint die Beleuchtung hinterherzuhinken. Das liegt daran, dass nicht jeder Mast mit einem Sensor ausgestattet ist.

„Jeder Bewegungsmelder hat Sensoren in verschiedene Richtungen“, erklärt Projektleiter Tobias Rittler von der Energietochter der Stadtwerke. Dabei handele es sich um passive Infrarotsensoren, die auf Körperwärme reagieren. „Wir wollen kein flackerndes Licht, nur weil es stürmt.“ Die Elektronik berücksichtigt nicht nur Sonnenauf- und -untergang, sondern auch das geringere Verkehrsaufkommen in den Nachtstunden. Wenn kaum noch jemand unterwegs ist, wird die Grundhelligkeit weiter abgedunkelt. „Das Licht ist aber nie aus“, erklärt Rittler.

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Sieben sogenannte Lichtklassen vom Feldweg bis zur Hauptstraße sind auf der Teststrecke möglich. Die Erfahrungen sollen auch in Neubaugebiete einfließen. Bürgermeister Jürgen Hoffmann sieht darin einen Baustein einer „intelligenten Stadt“. „Im Ausbau sind der Fantasie kaum noch Grenzen gesetzt“, so Hoffmann. Die Masten könnten zum Beispiel durch Umweltsensoren für Luft und Lärm ergänzt werden. Sie eigneten sich auch als Basis für drahtloses Internet (WLAN) oder als Stationen zum Aufladen von Elektrofahrzeugen. Die Teststrecke zeige „dass es möglich ist, über die Beleuchtung auch das Denken zu erweitern“, sagt Hoffmann euphorisch. Auch Dieter Lindauer bezeichnet die Teststrecke als „Meilenstein“, gibt allerdings zu bedenken, dass die Technik von einem Regelbetrieb noch weit entfernt sei: „Das, was Sie hier sehen, wird auf Kongressen vorgestellt.“ (eh)

Quelle: op-online.de

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