Städtebaulicher Rahmenplan

Mehr Einfamilienhäuser für Rodgau-West gewünscht

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Symbolbild

Rodgau - Das geplante Baugebiet Rodgau-West soll sich von der Bebauung her nicht allzu sehr vom Rest der Stadt unterscheiden. Diesen Wunsch äußerten Stadtverordnete der CDU und der Kooperationsmehrheit am Donnerstag im Bauausschuss.

Die Vorgaben der Politiker sollen ebenso in den städtebaulichen Rahmenplan einfließen wie die Anregungen aus den beiden Bürgerversammlungen. Zudem plant das Büro Prosa-Architekten (Darmstadt) eine Gesprächsrunde mit Gewerbetreibenden, Vertretern der Bahn und anderen Interessengruppen. Stadtplanerin Katharina Rauh will sich deren ortskundiges „Expertenwissen“ zunutze machen: „Wir haben viele Menschen eingeladen, mit denen wir reden wollen und die wir fragen wollen.“

Das Darmstädter Büro hatte im städtebaulichen Wettbewerb für Rodgau-West den ersten Preis erzielt. Nun hat es den Auftrag, einen städtebaulichen Rahmenplan auszuarbeiten. Er soll voraussichtlich im Oktober vorliegen, sodass die Stadt nächstes Jahr mit dem Bebauungsplan anfangen kann. Im Juni will Stadtplanerin Rauh den Zwischenstand der Arbeit im Bauausschuss vorstellen; die Stadtverordneten können dann weitere Änderungswünsche einbringen. Das Ziel sei „ein Rahmenplan, in dem sich alle wiederfinden können und der plausibel ist“.

„Für uns ist es wichtig, dass wir Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichzeitig betrachten“, sagte Katharina Rauh am Donnerstag. Ein Beispiel: Verdichtete Bebauung verbraucht weniger Fläche, ist preiswerter und senkt den Energiebedarf; gleichzeitig bietet sie die Möglichkeit, selten genutzte Dinge (etwa einen Rasenmäher) gemeinsam zu nutzen. Heino Reckließ (FDP) wandte sich gegen eine Zukunftsvision à la „Freiburg im Kleinen“. Er forderte, 30 Prozent der Bebauung in Form frei stehender Häuser (Ein- und Mehrfamilienhäuser) vorzusehen. Die Geschossbauten sollten viele Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen enthalten, um die vorgegebene Dichte von 50 Wohnungen pro Hektar einzuhalten. Die maximale Gebäudehöhe (drei Stockwerke plus Dach) und der Anteil an Grünflächen sollten unverändert bleiben.

Strategien zur Auswahl des Fertighauses

Rodgau-West müsse zur gewachsenen Struktur der Stadt passen, forderte Max Breitenbach (CDU). 50 Prozent der Wohnungen sollten Einfamilienhäuser sein, also Einzel-, Doppel- oder Reihenhäuser. Damit ließen sich nur 25 Wohnungen pro Hektar realisieren, gab Stadtplanerin Rauh zu bedenken. Otto Melzer (ZmB) regte hingegen an, anstelle von Einfamilienhäusern lieber in die Höhe zu bauen, um den Flächenverbrauch zu begrenzen. Differenzen zeigten sich in Details. So will die FDP für kleine Wohnungen weniger als 1,5 Parkplätze vorschreiben. Die CDU will zwei statt eine neue S-Bahn-Brücke für Fußgänger und Radfahrer.

Der Entwurf des Wettbewerbssiegers sieht acht Quartiere mit einem Mix an Wohnformen vor. Den Rodgauer Politikern ist es wichtig, das riesige Gebiet (45 Hektar) abschnittsweise zu bebauen. Breitenbach (CDU): „Keiner weiß, wie der Bedarf an Wohnungen im Jahr 2030 sein wird.“ (eh)

Quelle: op-online.de

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