Elf Entwürfe für Rodgau-West sind noch im Rennen

Städtebauwettbewerb geht heute ins Finale

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Hier soll fast ein neuer Stadtteil entstehen: Das geplante Baugebiet Rodgau-West zwischen Jügesheim und Hainhausen umfasst rund 46 Hektar.

Rodgau - Heute fällt eine Vorentscheidung für das größte Baugebiet in Rodgau. Eine elfköpfige Jury entscheidet über die Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs zum Wohngebiet Rodgau-West. Von Ekkehard Wolf 

Zwischen Jügesheim und Hainhausen sollen die Wiesen und Felder westlich der S-Bahn-Strecke bebaut werden. Die 46 Hektar sind das größte zusammenhängende Baugebiet im Rhein-Main-Gebiet. In 20 Jahren sollen dort rund 5000 Menschen wohlen.

Elf Planungsbüros haben Pläne und Modelle eingereicht. Drei weitere Büros hatten zwar Unterlagen angefordert, sind aber nicht mehr im Rennen. Die Planer hatten nur neun Wochen Zeit, ihre Ideen zu entwickeln und zu Papier zu bringen.

„Wir sind sehr gespannt auf die Vielfalt der Möglichkeiten“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Das Preisgericht tritt heute um 10 Uhr im Bürgerhaus Dudenhofen zusammen. Für die Sitzung ist ein ganzer Arbeitstag angesetzt.

Die Jury hat keine leichte Aufgabe. Sie muss alle Entwürfe nach einem festgelegten Kriterienkatalog prüfen und miteinander vergleichen. Der Bewertungsrahmen enthält zwölf Kriterien. Dabei geht es um die städtebaulich-räumliche Qualität, die Gestaltqualität und funktionale Qualität sowie die Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Wettbewerb hohe Anforderungen an die Städteplaner stellte. Der Auslobungstext von 40 Seiten enthielt eine Reihe an Aufgaben und Zielen, die einander widersprechen. Die Planer sollten die Zielkonflikte erkennen, abzuwägen und dann die bestmögliche Lösung entwickeln.

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Als Lohn der Mühe winken Preisgelder von zusammen 110.000 Euro. Der erste Preis ist mit 40.000 Euro dotiert, drei weitere Preise mit 30.000, 20.000 und 10.000 Euro. Zusätzlich sind zwei Anerkennungsprämien von je 5000 Euro vorgesehen. Einer der Preisträger soll den Auftrag für weitere Planungsleistungen enthalten.

Die ausgezeichneten Arbeiten werden vom 8. bis 20. Juni für zwei Wochen im Bürgerhaus Dudenhofen ausgestellt. Besonders interessant dürfte ein Besuch für die Teilnehmer der Bürgerversammlung vom November sein. Sie können sich ein Bild davon machen, welche ihrer Anregungen die Planer berücksichtigt haben.

Der Kern der Wettbewerbsjury besteht aus elf stimmberechtigten Mitgliedern. Um sie schart sich eine Runde an sachverständigen Beratern, darunter je einem Vertreter der sieben Stadtverordnetenfraktionen. Insgesamt sind heute bis zu 30 Personen anwesend.

Unter den elf stimmberechtigten Mitgliedern der Jury sind sechs Fachleute und fünf Politiker (Bürgermeister, zwei Stadträte und die Vorsitzenden des Umwelt- und des Bauausschusses).

Der ganze Wettbewerb kostet die Steuerzahler nichts. Er wird über die Gebietsentwicklung finanziert. Das heißt: Die Hessische Landgesellschaft (HLG) trägt zunächst die Kosten und holt sich das Geld später über den Grundstücksverkauf zurück.

Quelle: op-online.de

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