Gesangvereins Germania bereitet Event vor

Sägen, spalten, stapeln für die Holzversteigerung

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Die Holzmacher bei der Arbeit: Trotz hydraulischer Unterstützung ist Muskelkraft gefragt.

Dudenhofen - Holzstapel erstrecken sich rund um den Waldfestplatz, der Rauch des Lagerfeuers liegt in der Luft, die Kettensäge ist zu hören: Ja ist denn schon Holzversteigerung? Ein kleiner Vorgeschmack war in den letzten beiden Tagen an der Gänsbrüh zu erleben: Die Holzmacher des Gesangvereins Germania setzten das Brennholz auf, das am 13. Januar versteigert wird.  Von Ekkehard Wolf 

Am Geräusch der Kettensäge scheiden sich die Geister: Den einen klingt es wie Musik in den Ohren, für die anderen ist es nur ein nervtötendes Kreischen. Der Eintakter tuckert, die Säge wird an der Markierung angesetzt und dann: rääääiiing!

Ein Dutzend gestandene Männer rackern zwei Tage in der Kälte, damit das Ambiente der Holzversteigerung am 13. Januar stimmt. Sie wissen: Ohne Versteigerung wäre das Winterwaldfest nur halb so schön – auch wenn es Jahr für Jahr schwerer wird, das Holz gewinnbringend zu verkaufen. Mit dem Sägen der Stämme ist die Arbeit nicht getan. Die Helfer spalten die Stammstücke und stapeln sie auf. 42 Raummeter Buchenholz sind es diesmal.

Mit 16 Tonnen Druck treibt die Hydraulik den Keil in den Stamm. Wo andere ein Spaltkreuz einsetzen würden, nehmen die Germanen einen einfachen Keil, drehen den gespaltenen Stamm um 90 Grad und spalten ihn ein zweites Mal. „Das ist das Dudenhöfer System“, sagt einer der Helfer stolz. Das Ergebnis ist dasselbe: Aus einem Stammabschnitt entstehen vier Scheite, jedes einen Meter lang.

„Vor 20 Jahren haben wir das mit der Axt gemacht, da waren wir 25 Mann“, erzählt der älteste Helfer. Trotz seiner 82 Jahre kann er noch fest zupacken. Manchmal wuchtet er zwei Meterscheite auf einmal auf den wachsenden Holzstapel: „Das sind ja nur ein paar Kilo.“Ein Holzspalter machte am Donnerstag schlapp: Aus einem Haarriss trat Hydrauliköl aus. Am Freitagmorgen war ein anderer Traktor mit einem Ersatzgerät da. „Sonst wären wir gestern schon fertig geworden“, meinte ein Helfer.Die ehrenamtlichen Holzmacher hatten diesmal weniger Arbeit als sonst. Wolfgang Walter verrät, warum: „Wir haben uns die Stämme mit dem Lastwagen aus dem Spessart bringen lassen. Da mussten wir sie nicht selbst aus dem Wald holen.“Die Helfer der Germania werden ja auch nicht jünger.

XL-Galerie: Historische Holzversteigerung in Dudenhofen

Quelle: op-online.de

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