Startschuss fürs Ärztehaus

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Wirbelten beim Spatenstich mächtig Staub auf: Investor Uwe Werkmann, Landrat Oliver Quilling, Erster Stadtrat Michael Schüßler, Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (von links). Dr. Ingomar Naudts (links) und Kreistags-Chef Paul Scherer (Zweiter von rechts) feuerten an.

Rodgau (bp) - Kraft und Schwung waren nötig, um beim Spatenstich fürs Rodgauer Ärztehaus „Medicum“ mit dem Arbeitsgerät in die staubtrockene Erde zu kommen. Die Akteure schafften’s schließlich aber routiniert. Der Spatenstich gestern galt zunächst nur dem Parkhaus für das 13-Millionen-Projekt.

Erst in sechs Monaten beginnt der eigentliche Ärztehausbau. Das Objekt gegenüber dem Nieder-Röder S-Bahnhof ist derzeit zu 50 Prozent vermietet. Die Bauzeit soll 16 Monate dauern. Bauherr ist die zur Dietzenbacher Werkmann-Gruppe gehörende MB Massiv-Bau GmbH. Investor Uwe Werkmann erinnerte in seiner kurzen Ansprache an die lange Planungsphase, erschwert durch eine kostspielige und zeitraubende europaweite Ausschreibung.

Aber: „Was lange währt, wird endlich gut“, zog der Bauherr eine positive Bilanz. Von den 5600 Quadratmeter Fläche für Arztpraxen, OP-Säle und mehr seien derzeit 2800 Quadratmeter vermietet. „Nach 16 Monaten Bauzeit hoffen wir auf Vollbelegung.“

„Schnittstelle“ zur Ärzteschaft

Ausdrücklich erwähnte Werkmann den Dudenhöfer Arzt Dr. Ingomar Naudts, der für die Medical Health Rodgau/Rödermark GmbH als „Schnittstelle“ zur Ärzteschaft diene. Naudts kam auch später noch einmal positiv ins Gespräch, als Bürgermeister Jürgen Hoffmann an die Ursprünge des Projekts erinnerte. Naudts sei es gewesen, der das Projekt letztlich angeschoben habe, sagte der Verwaltungschef. „Es war toll, dass Sie das gemacht haben.“

Nach seinen Plänen entsteht das „Medicum“: Architekt Holger Meyer.

Freilich war 2008 auch der VdK eine treibende Kraft, als es gelang, sogar die damalige Bundesgesundheitsministerin Ursula Schmidt nach Rodgau zu holen und für das ehrgeizige Vorhaben zu interessieren. Lob gab es in den Reden zum Spatenstich auch für die gute Zusammenarbeit mit den Stadt- und Kreisbehörden. Landrat Oliver Quilling bezeichnete das Projekt als einen Beitrag zur Zukunftssicherung der Region. Schließlich sei die wohnortnahe Versorgung mit Ärzten hierbei ein wesentlicher Faktor, der wegen der demografischen Entwicklung der Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinne.

20.000 Menschen, die 80 Jahre und älter sind

Quilling belegte dies mit Zahlen: Derzeit leben im Kreis Offenbach 20.000 Menschen, die 80 Jahre und älter sind. Im Jahr 2030 werden es dem Landrat zufolge mehr als 30 000 sein. „Das sind fast zehn Prozent der Gesamtbevölkerung des Kreises“, rechnete Quilling vor und demonstrierte Zuversicht. Denn der Bauträger fürs „Medicum“ stehe für „Solidität und Zuverlässigkeit.“ Im „Medicum“ sollen die Fachbereiche Orthopädie, Zahnmedizin, Kieferchirurgie, Radiologie, Augenmedizin, Gynäkologie, Onkologie, Psychotherapie und Ergotherapie, Innere Medizin, aber auch ein Rehabilitationsbereich und eine Apotheke vertreten sein.

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Vielfalt an ärztlicher Versorgung

Die Ärzte kommen teils aus Rodgau und teils aus Nachbarkommunen. Auch ein Augenarzt wird darunter sein. Auf den warten die Rodgauer schon seit 15 Jahren. Außer den Arztpraxen erhält der Gebäudekomplex einen Op-Saal, den Chirurgen aus der Region mieten können. Der ärztliche Bereitschaftsdienst Rodgau, bisher in Dudenhofen daheim, soll ins „Medicum“ einziehen. Und auch die Johanniter Unfallhilfe soll in dem Haus eine Rolle spielen.

Quelle: op-online.de

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