Sorge um Verkehrsaufkommen

Startschuss für neues Gewerbegebiet

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Das Gewerbegebiet D 30 soll die Lücke zwischen dem Gewerbegebiet Jügesheim (im Hintergrund) und dem VGP-Gewerbepark schließen. Über die Kreisquerverbindung ist es an das überörtliche Straßennetz angebunden.

Rodgau - Das nächste Gewerbegebiet soll zwischen Jügesheim und Dudenhofen entstehen. Das Stadtparlament hat den ersten Schritt eingeleitet: Die Hessische Landgesellschaft (HLG) erhält den Auftrag, Grundstücke anzukaufen und die Entwicklung des Gebiets zu koordinieren. Die Fraktion „Zusammen mit Bürgern“ (ZmB) äußert Bedenken wegen des Verkehrsaufkommens.

Eine Erweiterung des Gewerbegebiets Jügesheim war in den letzten Jahren schon mehrfach im Gespräch, unter anderem als Autohof und als großes Einkaufsgebiet.

Die 14,8 Hektar zwischen der Kreisquerverbindung und dem Ferdinand-Porsche-Ring sind das letzte mögliche Gewerbegebiet in Rodgau; mehr erlaubt der regionale Flächennutzungsplan nicht. Die HLG geht davon aus, dass der erste Betrieb dort frühestens in drei Jahren bauen kann. Bisher gibt es noch nicht mal den Entwurf eines Bebauungsplans. Die Stadt besitzt dort nur eine kleine Wiese (2.500 Quadratmeter) sowie Straße und Feldwege.

Die Verkehrsanbindung ist gut. Das überörtliche Straßennetz ist in wenigen Minuten erreichbar. Von der Ampel an der Kreisquerverbindung sind es nur 600 Meter bis zur B 45 und 3,3 Kilometer bis zur Autobahn.

Den Eigentümern der Wiesen und Felder bietet die HLG 50 Euro pro Quadratmeter an. Diesen Preis hat das Stadtparlament am Montag festgelegt. Die baureifen Grundstücke sollen später 160 Euro pro Quadratmeter kosten. Das entspricht dem Bodenrichtwert des Jahres 2016. Grundstücke im Schutzstreifen an der Hochspannungsleitung dürften billiger sein (etwa 90 Euro), weil sie nur eingeschränkt nutzbar sind.

Mit 42 Ja-Stimmen beschloss das Stadtparlament am Montag, das Gewerbegebiet zu entwickeln. Die drei Stadtverordneten der ZmB übten Enthaltung. Fraktionsvorsitzender Johannes Pickert begründete das mit der steigenden Verkehrsbelastung: „Die allgemeine Verkehrssituation ist weder gut noch befriedigend, sondern mittlerweile mangelhaft. Verkehrsgutachten wie das für Weiskirchen und Hainhausen hätten wir uns schenken können, da keine hilfreichen Verbesserungen daraus erwachsen sind. Maßnahmen, die zu einem Fortschritt in der Verkehrslenkung geführt hätten, gab es die letzten zehn Jahre in ganz Rodgau nicht.“ Die ZmB-Fraktion werde sich deshalb ab sofort bei allen Baugebieten der Stimme enthalten.

Bereits vor einigen Jahren habe der damalige Zukunftsrat der Stadt Rodgau gefordert, alle Planungen auf ihre Auswirkungen auf die anderen Stadtteile zu prüfen, rief Pickert in Erinnerung. Als Vorbild stellte er den sogenannten Masterplan der Stadtentwicklung in Offenbach heraus. ZmB habe den Eindruck, dass eine so „visionäre Vorgehensweise“ in Rodgau nicht erwünscht sei. (eh)

Quelle: op-online.de

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