Begleitung bis zum letzten Moment

Rodgau - Der Rotary Club Rodgau widmet sich erneut einem Thema von großer gesellschaftlicher Relevanz. Die gemeinnützige Organisation möchte im Ostkreis Offenbach ein stationäres Hospiz gründen, um Menschen ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Von Bernhard Pelka

Erster Schritt ist die Gründung einer Stiftung, in die Geld für das ehrgeizige Projekt fließen soll. Die Rotarier denken dabei an einen Neubau oder an die Nutzung eines bestehenden Gebäudes. Wo die Hospizstation im Ostkreis entstehen soll, ist noch offen. „Seligenstadt und Rodgau sind in der engeren Wahl bei der Grundstückssuche“, sagt Rotary-Schatzmeister Herbert Sahm. Er betont: „Das Vorhaben ist auf mehrere Jahre angelegt.“

Längst hat die Gesellschaft erkannt, dass es an der Zeit ist, das Sterben ins Leben zurückzuholen. Dieser Auffassung folgend, möchte der Rotary Club Rodgau seine eigene Hospiz-Stiftung gründen. Ziel ist es, Patienten zu unterstützen, damit ein würdevolles Sterben auch für Menschen, deren Familien nur beschränkte Möglichkeiten haben, möglich wird.

Es ist erklärte Aufgabe des gemeinnützigen Serviceclubs, die Belange der Menschen in unserer Region zu erkennen, Lösungen anzustoßen und deren Realisierung zu begleiten.

„Ein neues Leuchtturmprojekt für uns“

„Die Idee, ein Hospiz im Ostkreis zu etablieren, ist auf Anregung von Dr. Wolfgang Gula und Dr. Nikos Stergiou unter den Rotariern gereift. Es wird ein neues Leuchtturmprojekt für uns sein, dem nunmehr hohe Priorität verliehen wird“, beschreibt Past-Präsident Eckhard Braun die Initiative. „Wenn wir möglichst allen Menschen die Chance geben wollen, in Zeiten unheilbarer fortschreitender Erkrankungen, dem Tag mehr Leben zu geben und nicht dem Leben mehr Tage, dann kann dies nur durch eine Investition in die richtigen baulichen und inhaltlichen Institutionen geschehen.“

Die Rotarier wollen nun in einem ersten Schritt die potentiell mitwirkenden Institutionen zu einem runden Tisch einladen. Es sollen der Bedarf sowie die Voraussetzungen vorgestellt, konzeptionelle Fragen besprochen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausgelotet werden.

Parallel dazu läuft die Suche nach einem Standort und einem Betreiber. Schatzmeister Sahm ist zuversichtlich, dass schnell ein Betreiber gefunden wird. „Wir wissen, dass nur Profis ein Hospiz unterhalten können. Aber wenn wir die anderen Fragen gelöst haben, ist es sicher kein Problem, einen solchen Profi zu finden.“ Erste Kontakte seien bereits geknüpft.

Sahm versichert, dass die Rotarier trotz ihres Engagements für das Hospiz die bisherigen Projekte weiterführen und unterstützen werden - zum Beispiel den 24-Stunden-Lauf, die musikalische Arbeit der „Brass-Kids“ oder die Nell-Breuning-Schule. Der Rotary Club Rodgau ist seit seiner Gründung ein Motor für viele erfolgreich realisierte Sozialprojekte wie etwa „Tante Emma“ in Jügesheim.

Starthilfe in Höhe von 2000 Euro

Das ambitionierte Projekt „Hospiz im Ostkreis“ erfordert starke Zielstrebigkeit, um es zum Erfolg zu führen. Aber: Selbst die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Und diesen macht der Club nun. Bei der jüngsten Charterfeier des Rotary Clubs Offenbach-Einhard in Rodgau überreichte der Rodgauer Mutterclub dem Rotary Club Rodgau für die neue Initiative eine Starthilfe in Höhe von 2000 Euro. Auch der Rotary Club Offenbach sicherte den Rodgauer Freunden bei einem Treffen seine Unterstützung zu.

Die nächste Aufgabe besteht für die Rotarier nun darin, durch Öffentlichkeitsarbeit, Spendenakquise und Information der Bevölkerung die notwendige breite Unterstützung zu erhalten. Dazu hat der Rotary Club Rodgau ein Spendenkonto bei der Sparkasse Langen Seligenstadt eröffnet. Auf dieses Konto können Beträge, die ausschließlich für die Hospiz-Stiftung zu nutzen sind, eingezahlt werden. Kontonummer: 1132976, BLZ 506 521 24, Stichwort: „Hospiz“.

Quelle: op-online.de

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