Dudenhofen und Nieuwpoort beginnen mit der Arbeit am Teppich der Partnerstädte.

Sticken für die Freundschaft

Dudenhofen - (eh) Sticken verbindet: Mit Nadel und Faden gestalten Bürger aus Rodgau und den Partnerstädten ein großes Band der Freundschaft. Am Ende soll eine Art Wandbehang stehen, der typische Bilder aus allen Städten zeigt. In Nieuwpoort (Belgien) und Dudenhofen haben jetzt die ersten Stickerinnen und Sticker mit dem textilen Gemeinschaftswerk begonnen.

Karl-Heinz Berndt vom Partnerschaftsverein: „Nächstes Jahr an Pfingsten wollen wir fertig sein.“

Dorfidylle und modernes Leben, Pferdefuhrwerk und S-Bahn, Kirche und Gänsbrüh: Irene Resch hat etwa zwei Dutzend Dudenhöfer Motive für den Wandbehang gezeichnet. Auf Leinenstoff aufgebügelt, dienen ihre Zeichnungen nun als Stickvorlagen. Elf Frauen und ein Mann (Peter Kratz) wollen die Motive in den nächsten Monaten mit Stiel-, Platt- und Kettenstichen auf den Stoff bringen. Die Wahl der Arbeitstechniken steht ihnen frei: Der dekorative Schlingstich ist ebenso erlaubt wie Stoff-Applikationen für einheitliche Farbflächen.

7,50 Meter Leinenstoff hat der Partnerschaftsverein in Nieuwpoort eingekauft. „Die Belgier haben ja eine unglaubliche Leinentradition“, sagt Dorothea Keiper-Balzer, die die fachliche Leitung der Aktion übernommen hat. Mit den ehrenamtlichen Stickerinnen hat die Polytechniklehrerin der Heinrich-Böll-Schule schon bei zwei Treffen Stiche geübt. „Keiner muss Angst haben, es gibt auch keine Noten“, sagt sie, „ich bin hier ja nicht die Lehrerin, sondern Mitglied eines Vereins. Das Wichtigste ist, dass die Bilder alle zu erkennen sind und dass jeder sein Bestes gibt.“ Der Wandbehang entsteht in Einzelteilen, die dann mit Klettband zusammengefügt werden.

In Nieuwpoort hat sich ein Handarbeitsclub des Projekts angenommen. Die Belgier haben sich zum Ziel gesetzt, bereits im März nächsten Jahres zum 25. Jubiläum ihres Clubs mit ihrem Teil fertig zu sein. Auch die anderen Partnerschaftsvereine wollen sich an dem Gemeinschaftswerk beteiligen.

Ein Vorbild ist der „Teppich der Partnerschaft“ in Hennef (Sieg), der 2006 entstand und seither reihum in den Partnerstädten ausgestellt wird. Viel älter ist der historische „Teppich von Bayeux“: Die Stickarbeit aus dem späten 11. Jahrhundert zeigt auf einem fast 70 Meter langen und 50 Zentimeter hohen Tuchstreifen die Eroberung Englands im Jahr 1066.

Quelle: op-online.de

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