Stinktier im Reihenhaus

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Die Wildtierauffangstation in Dudenhofen kann jetzt mit finanzieller Hilfe der Stadt Rodgau rechnen.

Dudenhofen ‐ Die Wildtierauffangstation in Dudenhofen kann jetzt mit finanzieller Hilfe der Stadt Rodgau rechnen. An den laufenden Kosten beteiligt sich die Stadt mit bis zu 500 Euro im Monat, wie das Stadtparlament mit den Stimmen der Kooperation beschlossen hat. Von Ekkehard Wolf

Seit elf Jahren kümmert sich Petra Simon ehrenamtlich um verletzte Wildtiere und Exoten. Ihr Reihenhaus ist eine Anlaufstelle für Rehe, Eichhörnchen oder Waschbären. Bisher hat sie auch Futter und Tierarzt aus der Haushaltskasse bezahlt. Nicht nur Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr kennen die Adresse. „Ich bin inzwischen so bekannt, dass mir irgendwelche Leute die Tiere vor die Tür stellen“, berichtet die Tierfreundin. Sinnvoll ist in jedem Fall eine Anmeldung per Telefon: „Es kann ja auch mal sein, dass ich nicht zu Hause bin.“ Ganze Vogelnester fand sie schon auf der Türschwelle. Inzwischen hat sie einen Notauffangkasten gebaut, ähnlich wie die „Babyklappe“ an manchen Kliniken, damit die Tiere geschützt sind.

Seit 2004 arbeitet Petra Simon eng mit dem Regierungspräsidium Darmstadt und anderen Behörden zusammen. Das wurde notwendig, als sie erstmals ein Reh aufpäppelte. Um Wildtiere halten zu dürfen, muss man spezielle Vorschriften beachten. Simon besitzt auch einen Sachkundenachweis für exotische Tiere wie Leguane und Krokodile. Für die Exoten hat sie jetzt Räume angemietet, die auch Platz für eine Quarantänestation bieten.

Futter kauft die Tierfreundin in großen Mengen

Der Arbeitsanfall ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Zwischen 100 und 400 verletzte oder elternlose Wildtiere im Jahr päppelt Petra Simon auf, bis sie stark genug sind, um wieder in der freien Natur leben zu können. Zusätzlich sind zehn bis 20 Exoten in Dauerpflege.

Das Futter kauft die Tierfreundin in großen Mengen ein. Bestellungen über 1 000 Heimchen (nahrhafte Insekten) und 100 gefrorene Mäuse sind keine Seltenheit. „Momentan frisst der Waldkauz mehr als die Stinktiere“, berichtete Petra Simon im Umweltausschuss freimütig.

Weiter Informationen finden Sie auf der Internetseite von Petra Simon.

Im Gegensatz zu einem Tierheim mit festen Arbeits- und Öffnungszeiten ist die Wildtierauffangstation in Dudenhofen rund um die Uhr erreichbar. So können aus dem Nest gefallene Vögel und andere verletzte Tiere ohne Wartezeit Hilfe erhalten. Ihre Auffangstation betreibt Petra Simon seit elf Jahren ehrenamtlich. Geld verdient sie hingegen mit Vorträgen über Tier- und Naturschutz. Das Honorar für diese Vorträge in Kindergärten, Schulen oder Vereinen bezahlt der Flughafenbetreiber Fraport.

Auch zum städtischen Kinderfest im September bringt die Dudenhöferin jedes Jahr einige ihrer Tiere mit. Dabei hat sie eine denkwürdige Erfahrung gemacht: „Die Rodgauer Papas lassen immer zuerst die Kinder die Vogelspinne streicheln, bevor sie sich selbst trauen.“

Quelle: op-online.de

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