Stöpsel im Ohr

Rodgau - (eh) Die geplanten Europa-Normen zum Gesundheitsschutz bei MP3-Playern sind auch für Jugendliche in Rodgau ein Thema. Bei einer kleinen Umfrage an der Heinrich-Böll-Schule zeigten sich gestern etliche Schüler problembewusst. Auch von der Absicht aus Brüssel, eine sichere Hörlautstärke festzulegen, hatten sie schon gehört.

Mustafa Hadjizada: „Ich höre 20 Stunden am Tag Musik, na ja, vielleicht eher zehn Stunden… In den Pausen, in der Freizeit, eigentlich immer. Ich bin ja selbst Rapper, mein Künstlername ist „King Musti“, ich habe auch meine eigene Musik dabei. Gestern oder vorgestern wurde ich fast überfahren, ich hab‘ das Auto gar nicht gehört.“

„Man kann Tinnutus kriegen oder taub werden“, war da etwa von Schülern zu hören. Gleichzeitig waren sich die meisten befragten Jugendlichen sicher, dass sie selbst die richtige Lautstärke wählen: „Wenn andere die Musik mithören können, ist es zu laut.“

Mizgin Koca (links): „Man kann Tinnitus kriegen. Aber ich stelle den MP3-Player nicht so laut, dass es jeder hört. Ich höre Musik immer wenn ich Zeit habe, auch auf dem Weg zur Schule. Es beruhigt, wenn man Stress in der Schule hat.“ Sadaf Sherzai (rechts): „Ich höre Musik über Lautsprecher, nicht mit Kopfhörern, dann ist es nicht so schädlich.“

Die Musiksammlung ist immer dabei: Der MP3-Player in der Hosentasche und die Stöpsel im Ohr gehören für Schüler längst zur Standardausstattung. Musik im Alltag wollen die jungen Leute nicht missen. Sie erleben sie als entspannend, Stress abbauend, im Einzelfall sogar als konzentrationsfördernd - oder als Ablenkung, wenn der Unterricht mal zu langweilig wird. Letzteres hört Schulleiterin Andrea Haus aber gar nicht gern: „MP3-Player dürfen im Unterricht nicht benutzt werden“, betont sie. Es komme nur selten vor, dass eines der kleinen Musikgeräte konfisziert werden müsse: „Die Schüler haben die Dinger dabei, aber es gibt wenig Ärger.“

Eugen Demcenko (links): „Natürlich höre ich Musik mit dem MP3-Player. Ich höre sie aber nicht zu laut, sonst bekommt es ja die Lehrerin mit.“ Dennis Witek (rechts): „Ich finde es blöd, dass manche Lehrer uns die Dinger abnehmen wollen. Bei Handys verstehe ich es ja, aber mit einem MP3-Player kann man ja keine schlimmen Sachen machen.“

Anders ist es mit Mobiltelefonen. Auf dem Schulgelände gilt seit eineinhalb Jahren ein absolutes Handyverbot, auch in den Pausen. Wer ein Handy auch nur aus der Tasche nimmt, ist es los. Dann müssen die Eltern zur Schulleitung gehen, um das Gerät abzuholen. Andrea Haus: „Die meisten Eltern sind da sehr einsichtig.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © pixelio/Maria Lanznaster

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