Der Stolz tanzt mit

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Ob deutsch, spanisch oder italienisch: Bei allen Tänzerinnen der Nieder-Röder Flamencogruppen ist die Leidenschaft an den temperamentvollen Bewegungen entfacht.

Nieder-Roden ‐ Wo der spanische Tanz Flamenco seine Wurzeln hat, darüber streiten die Gelehrten. Zu mannigfaltig sind die kulturellen und sozialen Einflussfaktoren im südspanischen Andalusien, die zu den Klängen der Gitarren, den Schrittfolgen des Tanzes und des ausdrucksstarken Gesangs geführt haben. Von Andreas Pulwey

Ebenso vielfältig sind die kulturellen Einflüsse der Mädchen, die im spanischen Club Deportivo Recreativo Español den feurigen Tanz erlernen. Jetzt brauchen sie dringend talentierten Nachwuchs. Bei jedem ihrer Auftritte sind sie der Hingucker schlechthin. Die Passos, die Tanzschritte aus dem heißen Süden Spaniens, gepaart mit den langen und luftig geschnittenen Flamencokleidern (Trajes de Flamenco), den Fecher in der einen Hand, die andere in die Hüfte gestemmt: der Flamenco und seine stolzen Posen begeistern kulturübergreifend.

So tanzt jeden Mittwoch die spanische Trainerin Raquel Santana im Sozialzentrum mit deutschen Mädchen, die ihre Wurzeln in Rodgau und Rödermark haben, aber teils durch die Eltern auch spanisches oder italienisches Blut in den Adern fließen haben - eben multikulturell.

Schnupperkurse beginnen jetzt. Kontakt: Bettina Clemenza, Telefon  06106/75485  .

Ihren letzten Auftritt hatte die „Brisa Flamenco”, jene dreiköpfige Gruppe der ab 12-Jährigen, im September des vergangenen Jahres. Der angegliederte Verein Deportivo Recreativo Español hat seine Aktivitäten gen Null zurückgefahren. Jetzt klappern die Kastagnetten nur noch beim städtischen Kinderfest, oder beim Internationalen Fest in Dietzenbach, wie Bettina Clemenza, selbst mit einem Italiener verheiratet, bedauert. Bei diesen Auftritten springt schnell der Funke auf das Publikum über. So hat auch Leonie Rauschenberg vor acht Jahren Feuer gefangen. „Die Schrittkombinationen machen einfach Spaß”, fasst die 15-Jährige ihre Leidenschaft zu den ausdrucksstarken Bewegungen zusammen. Wer sich genauso galant und temperamentvoll über die Bühne bewegen will wie Leonie Rauschenberg, Alexandra Clemenza (13) und Valentina Pezza (12), sollte ein gewisses Tanztalent in sich tragen, so Raquel Santana. Der Rest kommt in dem einstündigen Training, das für Jungen und Mädchen ab zwölf Jahren mittwochs von 18 bis 19 Uhr im Nieder-Röder Sozialzentrum am Puiseauxplatz stattfindet. Die Kleinen, die Freude Rodgaus (Alegrias del Rodgau), wie sich die sechs- bis Zehnjährigen nennen, trainieren zuvor von 16 bis 17 Uhr unter der Regie von Carmen Pettke.

Daten und Fakten

  • Flamenco ist die Bezeichnung für eine Gruppe von Liedern und Tänzen aus Andalusien. Erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt es schriftliche Belege für das Wort Flamenco als Bezeichnung für ein musikalisches Genre und seine Interpreten.
  • Die Entstehung des Flamenco ist untrennbar mit der historischen, sozialen und kulturellen Entwicklung der südspanischen Region Andalusien verbunden.

Quelle: op-online.de

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