Strandbadfestival

Karibisches Flair am Baggersee

Nieder-Roden - Rund 1700 Fans von Rock und Karibik-Klängen machten das Strandbad am Samstag zur angesagtesten Partylocation weit und breit. Auf der Wiese des guten, alten Baggersees herrschte acht Stunden Festivalstimmung, um ein Uhr schaltete die letzte der fünf Bands den Verstärker aus. Von Michael Löw

Musikfestival am Badesee

Das erste Rodgauer Strandbadfestival lockte am Samstag die Besucher zum Nieder-Röder Badesee. Fünf Bands spielten unter dem Motto „Caribbean meets Rock".

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Bunt gemischt wie die Musik war auch das Publikum. Günter Huss (87) und Marie Zahn brachten „Marie Wonder“-Gitarrist Max Konczewski bei seinem 119. Auftritt zum Staunen: „Das ist das erste Mal, dass ein Ehepaar zu meinem Solo tanzt!“ In der Tat legten die beiden Senioren eine kesse Sohle aufs Parkett - pardon: natürlich aufs Gras.

Frank Redemann, der Vorsitzende des Impuls-Kulturvereins, war mit dem ersten Strandbadfestival mehr als zufrieden. Die Besucherzahl stimmte, der gesperrte Textilstrand war voll, aber nicht press gefüllt. Wer wollte, konnte vor der Bühne tanzen. Viele ließen's sich aber auch auf Picknickdecken oder Bastmatten gut gehen.

Gerne im Wasser abgekühlt

Verschwitzte Besucher hätten sich gerne im Wasser abgekühlt. Doch Bauzäune und freundliche, aber bestimmte Damen und Herren in Schwarz versperrten ihnen den Weg zum See. „Bei der Sicherheit kann man keine Kompromisse machen“, erklärte Redemann, warum der Impuls-Kulturverein nicht das Risiko auf sich nahm, das für die Veranstalter der Mainflinger Beachpartys Alltag ist.

Ein Risiko ging der Veranstalter höchstens in finanzieller Hinsicht ein. Kosten von 20.000 bis 30.000 Euro sind alles andere als ein Pappenstiel, doch die Kalkulation ging offenbar auf. Tanja Schäfer, die mit sieben Freundinnen ihren Junggesellinnenabschied feierte, kündigte sofort an: „Wir kommen nächstes Jahr wieder!“ Eine neue Heiratskandidatin will die Clique bis dahin ausgucken.

Bilder vom Strandbadfestival

Strandbadfestival in Nieder-Roden

Bedauert haben die Mädels nur eines. Sie seien große „Milchmädchen“-Fans und seien traurig, dass diese Band den Auftakt machen musste, sagte die künftige Braut. Das war um 17 Uhr bei 35 Grad im Schatten und allenfalls ein paar Dutzend Besuchern in der Tat eine undankbare Aufgabe. Aber einen trifft's halt.

Je weiter der Abend fortschritt, desto mehr Leute kamen. Markus Striegel und „The no Tits“, „Marie Wonder“, „Cashma Hoody“ und „Sonoc de Las Tunas“ hatten dieses Problem dann nicht mehr.

Schirmherr des Strandbadfestivals war Bürgermeister Jürgen Hoffmann, Mitveranstalter war die Stadt Rodgau. Die Moderation hatte Frank Rebel („Giesemer Trottwa Lerche“, TGM SV-Fassenacht) übernommen. Um die Getränke kümmerten sich der SKV Hainhausen und die Tanzgarde von TGM SV, die Metzgerei Hiller um die Verpflegung.

Kritik verärgerter Strandbadbesucher

Für die Kritik verärgerter Strandbadbesucher, dass der See ausgerechnet am heißesten Wochenende des Jahres gesperrt war, hat Frank Redemann durchaus Verständnis, er sagt aber: „Wir haben den Termin vor über einem Jahr mit der Stadt vereinbart“.

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Im Rathaus gingen etliche Protest-Mails ein. Manche seien richtig verletzend gewesen, berichtete Stadtsprecherin Sabine Fischer: „Die haben uns mit böse Absicht unterstellt, weil wir ja voriges Jahr schon wussten, dass dieses Wochenende das heißeste im ganzen Sommer ist!“

Quelle: op-online.de

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